Geschäftsessen: Neun Tipps für das Dinner mit dem Chef

Geschäftsessen: Neun Tipps für das Dinner mit dem Chef

Bei einem Geschäftsessen lauern viele Fettnäpfchen. So gelingt der Abend mit Vorgesetzten oder Kunden.

Tipps fürs Geschäftsessen

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Bei Geschäftsessen gibt es einige Regeln zu beachten.

Bei einem Geschäftsessen sind seriöses Auftreten und Tischmanieren Pflicht. Wer ein Schnellrestaurant mit Selbstbedienung vorschlägt, macht gleich den ersten Fehler. «Dort wird es schwer, eine Gesprächsatmosphäre zu erzeugen», sagt Stiltrainer Jan Schaumann aus Berlin.

1. Wer einlädt, bestimmt das Restaurant und zahlt

Grundsätzlich gelte: Derjenige, der die Einladung ausspricht, übernimmt die Restaurantwahl. Und er bezahlt meistens auch die Rechnung.

2. Vorlieben des Eingeladenen herausfinden

Als Einladender sollte man darauf achten, die Initiative zu übernehmen und für den anderen mitzudenken, rät der Knigge-Experte. Die Person, die einlädt, sollte etwa in Erfahrung bringen, ob der andere Vorlieben hat oder bestimmte Speisen nicht so gern mag. Im Zweifelsfall passe der gehobene Italiener - dort gibt es mit Fleisch, Fisch, Pasta, Pizza, Salaten und Suppen eine gute Auswahl.

3. Geschäftskleidung tragen

Ein Geschäftsessen ist in erster Linie ein Geschäft und in zweiter ein Essen, sagt Jan Schaumann. Dementsprechend sei Geschäftskleidung zu diesem Anlass angemessen. Teils sei es aber legitim, sich an die Örtlichkeit anzupassen. Lädt der Chef ins rustikale Restaurant ein, darf die Garderobe lässiger sein. Im Zweifel dürfe man den Chef nach der Kleiderordnung fragen.

4. Mit Sakko oder Blazer liegt man richtig

«Mit einem Sakko können Männer nichts falsch machen», sagt Imme Vogelsang von Etikette Trainer International (ETI) in Hamburg. Dasselbe gelte bei Frauen für Blazer, Anzug und Kostüm. Bluse und T-Shirt eigneten sich in eher entspannter Runde, besonders in den Farben Weiß und Hellblau. Ein solcher Anlass erlaube auch karierte oder gestreifte Muster.

5. Abends dunkle Töne wählen

Entscheidend ist die Zeit des Essens. «No brown after six», keine braunen Schuhe nach 18.00 Uhr, sei eine immer noch gültige Business-Etikette-Regel. Schwarz ist Vogelsang zufolge die Schuhfarbe am Abend. Für das Sakko gilt das nur bedingt: «Hier sollte man auf dunkle Töne wie Blau oder Grau setzen.» Schwarz sei zwar sehr elegant, für das Essen aber zu festlich. Das Hemd darf hellblau sein, am Abend lieber weiß.

6. Während des Essens nichts ausziehen

Beim Essen sollte zudem leichte, nicht zu warme Kleidung getragen werden, rät Stiltrainer Schaumann. Eventuell darf die Krawatte sogar im Schrank bleiben. Denn Ausziehen geht gar nicht: «Was man bei der Vorspeise trägt, trägt man auch beim Dessert.»

7. Suppe als Vorspeise: Nicht pusten, nicht schlürfen, kein Brot eintunken

Häufiger Stolperstein ist die Bouillon, hat Jochen Mai, Autor der «Karrierebibel» beobachtet. Grundregel sei: Nicht pusten, nicht schlürfen, nicht mit dem Brot tunken und den Löffel nur mit der Spitze zum Mund führen. Cremesuppen sowie Suppen mit Einlagen werden gelöffelt, klare Brühen dürfen auch getrunken werden. Vogelsang zufolge gilt dies aber nur, wenn die Suppe maximal Kaffeetassengröße hat oder in einem kleinen Glas serviert wird.

8. Benutztes Besteck nicht auf die Tischdecke

Wohin mit dem Besteck? Einmal aufgenommen, sollte das Besteck Mai zufolge die Tischdecke nicht mehr berühren. Bei Essenspausen wird es auf dem Teller und nicht auf dem Tellerrand abgelegt. «Bitte keine Brücken bauen», mahnt Vogelsang. Die Schneide des Messers zeige stets zur Gabel, deren Zinken nach oben. Wird das Essen beendet, liegen die Griffe auf circa fünf Uhr und das Besteck parallel zueinander.

9. Wer zahlt, sollte vor dem Essen geklärt sein

Wer bezahlt, sollte idealerweise zu Beginn des Essen geklärt sein, rät Jan Schaumann. Keinesfalls sollte einfach am Ende die gesamte Rechnung übernommen werden. «Das ist unhöflich und kann den Gegenüber in eine unangenehme Situation bringen.» Ideal sei zu fragen «Darf ich Sie einladen?» und als Gastgeber später nicht am Tisch, sondern für den Gast nicht sichtbar am Tresen zu zahlen. Das vermeide den Eindruck der Rollenverteilung «gönnerhaft» versus «mittellos».

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 30. September 2011 15:47 Uhr

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