Gender Datenreport: Berlinerinnen sind schlau, aber arm

Gender Datenreport: Berlinerinnen sind schlau, aber arm

Der Gender Datenreport zeigt unverblümt die schulischen und beruflichen Unterschiede zwischen Berliner Frauen und Männern auf.

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© dpa

Frauen machen oft die besseren Bildungsabschlüsse. Trotzdem wirkt sich dies nicht auf den Karriereverlauf aus.

Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, und Prof. Ulrike Rockmann, Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg stellten den Berliner Gender Datenreport 2009 vor.

Was der Berliner Gender Datenreport aussagt

Der Report, der Themenfelder wie Bevölkerungsentwicklung, Bildung, Erwerbstätigkeit, Einkommen, Gesundheit und politische Partizipation unfasst, gibt eine detaillierte Auskunft über die Teilhabe von Mädchen und Jungen bzw. jungen Frauen und Männern an den schulischen, beruflichen und hochschulischen Bildungsangeboten in Berlin.

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Mehr als die Hälfte der Gymnasiasten sind weiblich

Die Daten zeigen, dass Berliner Mädchen und Frauen ausgesprochen erfolgreich in der Bildung sind. Im Jahr 2008 waren mehr als die Hälfte der Jugendlichen an Gymnasien sowie der Studienanfänger an Berliner Hochschulen weiblich.

Frauen lassen Chancen im Studium ungenutzt

Obwohl statistisch gesehen mehr Mädchen einen gymnasialen Abschluss erreichen als Jungen, lassen viele Absolventinnen Chancen ungenutzt:

"So zeigt sich deutschlandweit - auch in Berlin -, dass zwar mehr Frauen als Männer die Studienberechtigung erwerben, sie diese aber deutlich seltener für ein Studium nutzen. Von den Frauen, die 2007 die Schule mit einer Studienberechtigung verließen, haben in den letzten zwei Jahren 61 Prozent ein Studium aufgenommen. Bei den Männern waren es 70 Prozent.

An Fachhochschulen sind Frauen rar

Ein noch größerer Unterschied ist bei den Absolventinnen und Absolventen mit Fachhochschulreife festzustellen: Hier haben 36 Prozent der Frauen und 68 Prozent der Männer in den letzten zwei Jahren ein Studium begonnen. Diese Differenz wird auch nicht durch die Aufnahme eines Studiums im weiteren Lebenslauf ausgeglichen.", so Ulrike Rockmann.

Berlin hat die meisten weiblichen Professoren

Doch die intensiven Anstrengungen des Berliner Senats und der Hochschulen zur Förderung der Chancengleichheit in der akademischen Qualifizierung tragen auch Früchte. So waren 2008 46 Prozent der erfolgreich Promovierenden und 47 Prozent der Juniorprofessoren Frauen. Mit einem Frauenanteil an den regulären Professuren von 25.6 Prozent steht Berlin an der Spitze aller Bundesländer.

Bildungserfolge wirken sich nicht auf Karriere aus

Das sind gute Voraussetzungen für die Entwicklung einer wissensbasierten Wirtschaft und eines hochwertigen
Dienstleistungssektors in Berlin. Wie überall spiegeln sich diese Bildungserfolge jedoch noch nicht im Erwerbsleben wider.

So wird die Erwerbsbeteiligung von Frauen (knapp 70 Prozent) nicht nur durch die allgemein hohe Arbeitslosigkeit, sondern auch durch Teilzeitbeschäftigung (36,2 Prozent - ein Drittel davon unfreiwillig) beeinträchtigt.

Frauen erhalten 18 Prozent weniger Einkommen

Auch der weiterhin bestehende Einkommensabstand
zwischen den Geschlechtern wird im Report mit Daten unterlegt. Dieser liegt zwar in Berlin mit 18 Prozent bei den Bruttostundenlöhnen unter dem Bundesdurchschnitt, stellt aber immer noch eine relevante Größenordnung dar,zumal er mit steigender Einkommensgruppe wächst.

Berliner Senat will an Gleichberechtigung arbeiten

Senator Harald Wolf: "Der Senat arbeitet intensiv daran, dass die Anziehungskraft Berlins weiter wächst und Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht hier ihre Lebensvorstellungen verwirklichen können.

Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter sind eng verbunden mit der Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen. Dafür ist die sorgfältige Beobachtung der Entwicklungen in den wichtigsten gesellschaftlichen Bereichen, wie dem Gender Datenreport, unabdingbar."

Informationen zum Gender Datenreport:

Der Report wurde in direkter Kooperation zwischen der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen und dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erstellt.
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Quelle: beh/BerlinOnline/lpd

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2010 15:09 Uhr

Frauen und Karriere