Multitasking bei der Arbeit muss nicht effektiver sein

Multitasking bei der Arbeit muss nicht effektiver sein

Zwei Sachen auf einmal erledigen - das spart Zeit. Doch die Rechnung geht nicht immer auf.

Mann mit Haftzetteln im Gesicht

© Piotr Bizior sxc/ www.sxc.hu

Multitasking: Nicht für jeden die richtige Methode.

Multitasking gilt heute als Wunderwaffe im Job - dabei ist es keineswegs immer effektiv, mehrere Dinge auf einmal zu erledigen. So dürfen Beschäftigte nicht glauben, auf diese Weise automatisch die doppelte Menge in der gleichen Zeit zu schaffen.

Nachteile

«Das ist eine Milchmädchenrechnung», sagt der Psychologe Prof. Andreas Zimber von der privaten Fachhochschule Heidelberg. Denn die Gefahr sei, dass Mitarbeiter dabei unaufmerksam werden. «Hinterher muss dann nachgearbeitet werden, weil mehr Fehler passieren.»

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Selbsteinschätzung

Wichtig sei daher, die eigenen Grenzen beim Jonglieren mit Aufgaben zu kennen, riet Zimber. Wenn Mitarbeiter etwa merken, dass ein Anruf die ganze Aufmerksamkeit erfordert, lassen sie die neuen E-Mails lieber einen Moment lang warten. Dann heißt es rechtzeitig umschalten und sich auf eine Sache konzentrieren, um Fehlern vorzubeugen.

Ansonsten könne es böse Folgen haben, wenn jemand zum Beispiel beim Autofahren geschäftliche Telefonate führt und dabei nicht voll bei der Sache ist. Er fährt also besser auf einen Parkplatz, wenn es wichtig wird.

Prioritäten setzten

Manche Dinge ließen sich zudem leichter kombinieren als andere, erläuterte Zimber. Das gelte für Aufgaben, die einander unähnlich sind - etwa, wenn die eine Mitarbeiter eher motorisch und die andere sie eher kognitiv beansprucht.

«Die Daten aus einer Tabelle abtippen und sich dabei unterhalten, geht also ganz gut.» Mitten in einer komplizierten Berechnung ein Telefonat auf Englisch entgegennehmen, überfordert viele dagegen.

Mehr Aufgabenfelder

Generell werde Multitasking im Büro immer wichtiger, sagte Zimber. Denn Handys und E-Mails sorgten für ständige Erreichbarkeit. Dadurch prasselten immer mehr Dinge gleichzeitig auf Beschäftigte ein. «Denken Sie an eine Sekretärin: Früher war der Chef weg, wenn er im Auto saß. Heute ruft er über das Handy an, wenn er etwas will.»

Unterschiedliche Typen

Wie gut Mitarbeiter mit Multitasking umgehen können, ist Zimber zufolge auch eine Typfrage: Manche arbeiteten lieber linear und gingen gerne eine Aufgabe nach der anderen an. Sie fühlten sich schnell gestresst, wenn viele Dinge auf einmal zu tun sind.

Andere sähen es dagegen positiv, wenn ständig etwas Neues auf ihrem Schreibtisch landet, weil es die Arbeit in ihren Augen abwechslungsreich macht. Wer zur ersten Gruppe gehört, muss aber nicht verzweifeln. Denn der richtige Umgang mit Multitasking lasse sich lernen. «Letztlich ist das auch eine Übungssache.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 4. Februar 2011 12:55 Uhr

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