Vorstellungsgespräch: Kosten für die Anreise werden nicht immer erstattet

Vorstellungsgespräch: Kosten für die Anreise werden nicht immer erstattet

Für ein Vorstellungsgespräch nehmen manche Bewerber lange Anreisewege in Kauf. Doch wer kommt für die Kosten auf?

Quer durch Deutschland zum Vorstellungsgespräch

© dpa

Einmal quer durch Deutschland zum Vorstellungsgespräch.

Die Anreisekosten für ein Vorstellungsgespräch bekommen Arbeitnehmer nicht immer erstattet. Der Arbeitgeber sei zwar eigentlich verpflichtet, sie zu übernehmen: «Er kann das aber von vornherein ausschließen, zum Beispiel in der Einladung», erklärt Arbeitsrechtler Alexander Bredereck aus Berlin. Wird die Kostenübernahme mündlich ausgeschlossen, sei das ebenfalls gültig. In beiden Fällen haben Bewerber keinerlei Ansprüche. Dasselbe gilt, wenn sie sich initiativ bei einem Unternehmen bewerben und beispielsweise unaufgefordert anreisen, um ihre Unterlagen abzugeben.

Kostenübernahme vor dem Vorstellungsgespräch klären

Hat der Arbeitgeber eine Übernahme der Anreisekosten nicht ausgeschlossen, werden Bewerbern in der Regel die Kosten für eine Bahnfahrt zweiter Klasse erstattet. «In manchen Fällen auch die Verpflegungs- und Hotelkosten. Das klären Arbeitnehmer aber lieber vorher», rät Bredereck. Bei einer weiten Anreise könne man beispielsweise vorher in der Personalabteilung Bescheid geben, dass An- und Abfahrt nicht an einem Tag zu schaffen sind.

Kosten können auch anteilig übernommen werden

Nutzt der Bewerber statt der Bahn das Flugzeug, kann er ebenfalls damit rechnen, das Geld fürs Ticket erstattet zu bekommen. «Zumindest in der Höhe, die für eine Bahnfahrt zweiter Klasse angefallen wäre», sagt Bredereck. Unter Umständen sei das Flugticket sogar billiger als das Bahnticket.

Reisekosten: Streit mit dem Arbeitgeber vermeiden

Bei der Frage nach den Reisekosten wägen Jobanwärter besser gleich zu Beginn ab: «Ist es mir das wert, auch wenn ich selbst dafür aufkommen muss? Will ich das investieren?» Denn hinterher forsche Forderungen aufzustellen und sich möglicherweise mit dem Arbeitgeber zu streiten, mache einen ganz schlechten Eindruck.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 19. August 2013 15:25 Uhr