Anrede im Anschreiben: Wann ein "Du" besser ist als ein "Sie"

Anrede im Anschreiben: Wann ein "Du" besser ist als ein "Sie"

In Stellenanzeigen ist immer öfter das "Du" zu lesen. Bewerber stellt so ein lockerer Ton vor ein Problem: Wie sollen sie darauf antworten?

Tipps für die Bewerbung

© dpa

«Wir suchen dich.» Das «Du» in der Stellenanzeige wird im Anschreiben beibehalten.

Die meisten Stellenanzeigen klingen immer noch eher förmlich. Umso mehr fallen Jobangebote auf, die lockerer formuliert sind. So ist derzeit etwa in Stellenanzeigen das «Du» zu lesen. Statt «Sie sind motiviert» steht dort beispielsweise: «Du bist motiviert und suchst die Herausforderung.» Firmen wollen so gezielt junge Mitarbeiter ansprechen und sich als cool darstellen, haben die Karriereberater Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader aus Berlin beobachtet.

Anrede aus der Stellenzeige übernehmen

Nach Ansicht der Karriereberater ist es dann in Ordnung, zurückzuduzen und im Anschreiben konsequent «ihr sucht» zu schreiben. Das sei für deutsche Bewerber zwar zunächst ungewohnt. Es könne aber sein, dass das «Du» in der Firma zur Unternehmenskultur gehört und Personaler darauf großen Wert legen. Das könne bei ausländischen Firmen etwa aus Skandinavien oder Amerika der Fall sein. Wer sich da zu sehr ans «Sie» klammert, könne als spießig gelten.

Förmliche Anrede bei konservativen Unternehmen

Bei sehr konservativen Unternehmen wie Anwaltskanzleien sollten Bewerber vom «Du» allerdings trotz einer locker formulierten Stellenanzeige lieber absehen, empfehlen Hesse und Schrader. Es könne schließlich sein, dass der Vorgesetzte in der Abteilung mit der offenen Stelle den Text der Stellenanzeige nicht kennt. Dieser dürfte von einem «Du» in den Bewerbungsunterlagen dann eher irritiert sein. Im Zweifel liegen Bewerber deshalb richtig, wenn sie telefonisch im Unternehmen kurz nachfragen, welche Form der Ansprache gewünscht ist.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 6. Juni 2013 16:16 Uhr