Bewerbungsfoto: Pflicht oder überflüssig?

Bewerbungsfoto: Pflicht oder überflüssig?

Ob der Bewerbung ein Foto beigefügt werden sollte, kommt ganz darauf an, bei welchem Unternehmen Bewerber sich vorstellen. Auch Geburtsdatum, Nationalität und Familienstand sind kein Muss mehr.

Bewerbungen

© dpa

In Großkonzernen wird oft aufs Porträt verzichtet, bei Mittelständlern eher nicht.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat die Ergebnisse eines Pilotprojekts zu anonymen Bewerbungen vorgestellt. Danach erhöht sich die Wahrscheinlichkeit etwa für Frauen und Migranten, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, wenn die Bewerbung anonym ist.

Doch auch wenn die ersten Firmen anonymisierte Bewerbungen testen- derzeit sollten Jobsuchende standardmäßig lieber nicht auf das Foto im Lebenslauf verzichten.

Kleinere Unternehmen erwarten ein Bewerbungsfoto

In kleinen oder mittelständischen Unternehmen führe ein fehlendes Bild in einer Bewerbung schnell zu Irritationen, sagte die Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. Denn dort gelte ein Foto des Jobsuchenden im Lebenslauf oft noch als Standard.

Großkonzerne möchten oft kein Bewerbungsfoto mehr

Etwas anderes gelte jedoch für Bewerbungen in Großkonzernen. Dort sei es mittlerweile oft sogar erwünscht, dass Jobsuchende ihren Lebenslauf ohne Foto schicken. «Die Frage, ob Bewerber ihrem Lebenslauf ein Foto beifügen, sollten sie von der Größe des Unternehmens abhängig machen», rät Hofert daher.

Familienstand angeben oder nicht?

Während Hofert beim Weglassen des Fotos zur Vorsicht rät, sei beim Thema Familienstand der Ratschlag jedoch eindeutig: «Die Angabe des Familienstands würde ich immer weglassen. Das ist privat und geht keinen Arbeitgeber etwas an», so Hofert. Außerdem würden Mütter, die ein oder mehrere kleine Kinder haben, oft benachteiligt. Ehrlichkeit zahle sich in diesem Punkt für Bewerber in der Regel überhaupt nicht aus. Außerdem sei es inzwischen Standard, den Familienstand in Bewerbungen wegzulassen. Kaum ein Personaler runzele über diese fehlende Angabe noch die Stirn.

Geburtsdatum weglassen

Hofert empfiehlt auch, das Geburtsdatum wegzulassen. Gerade ältere Jobsuchende würden wegen ihres höheren Alters oft gar nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Anders als ein fehlendes Foto falle ein fehlendes Geburtsdatum nicht so schnell auf.

Angaben zur Nationalität kein Standard mehr

Weglassen dürften Bewerber zudem die Angabe der Nationalität. Sie gehöre standardmäßig nicht mehr zu den Angaben im Lebenslauf. Eine Ausnahme macht Hofert hier jedoch für Migranten: «Wer etwa einen türkischen oder russischen Nachnamen hat, sollte es unbedingt hineinschreiben, wenn er die deutsche Staatsangehörigkeit hat.» Denn das könnte unter Umständen wiederum ein Vorteil sein.

Fotostrecken:

Peinliche Fehler beim Job-Gespräch

  • Peinlich beim Job-Gespräch: Mangelnde Umgangsformen© flickowski/ Creative Commons
    Peinlich beim Job-Gespräch: Mangelnde Umgangsformen
  • Peinlich beim Job-Gespräch: Flirtversuche© dpa
    Peinlich beim Job-Gespräch: Flirtversuche

Vorstellungsgespräch- So wird's was

  • Das Vorstellungsgespräch meistern© dpa
    Das Vorstellungsgespräch meistern
  • Der Termin© dpa
    Der Termin

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 17. April 2012 16:05 Uhr