Bewerbung: Wie Arbeitslose überzeugen

Bewerbung: Wie Arbeitslose überzeugen

Bei der ist Jobsuche falsche Bescheidenheit fehl am Platz- das gilt auch für Arbeitslose. So klappt es mit dem Wiedereinstieg.

Arbeitsagentur

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Bewerber sollten Arbeitslosigkeit im Lebenslauf nicht verschweigen. Es kommt vielmehr darauf an, wie sie die Zeit ohne Job genutzt haben.

Vielen Arbeitslosen ist auf dem Weg zum neuen Job vor allem eines im Weg: das eigene Selbstbewusstsein. Denn nicht selten ist es angeknabbert, weil der Jobverlust an ihm nagt.

Arbeitgeber wissen um die schlechte Wirtschaftslage

Bewerber müssen aber von sich überzeugt sein, um andere von sich überzeugen zu können. Das ist auch eine Kopfsache: «Bloß keine Verzweiflung zeigen», rät der Bewerbungstrainer Jürgen Hesse aus Berlin. «Vor allem wer länger arbeitslos war, muss mehr als andere beweisen, dass er motiviert und leistungsbereit ist.»
Bewerber sollten sich daher zunächst einmal klarmachen, dass Jobwechsel spätestens seit der Finanzkrise nichts Ungewöhnliches mehr sind. «Ein Job ist heute nicht mehr für ein Leben lang, das wissen auch wir als Arbeitgeber», sagt Simone Wamsteker, die sich beim Berater Accenture in Kronberg im Taunus um das Personalmarketing kümmert.

Thema Arbeitslosigkeit offen auf den Tisch legen

Die Zeit der Arbeitslosigkeit kommt aber spätestens im Bewerbungsgespräch auf den Tisch. Beim Pharmaunternehmen Bayer in Leverkusen wird gezielt gefragt, wie der Bewerber diese Zeit gefüllt hat. «Es wird geprüft, ob der oder die Arbeitssuchende das berufliche Wissen und Können zum Beispiel durch Trainingsmaßnahmen oder befristete Tätigkeiten auf dem aktuellen Stand gehalten hat», sagt Firmensprecherin Elke Ickenstein. Sie rät Bewerbern, das Thema Arbeitslosigkeit offen anzusprechen - am besten bereits in der schriftlichen Bewerbung.

Selbstbewusstes Auftreten und gezielte Jobsuche

Ähnlich sieht das Simone Wamsteker: «Wenn jemand selbstbewusst mit seiner Arbeitslosigkeit umgeht und erklären kann, was er in der Zeit getan hat, dann ist das für uns kein Thema.» Dabei muss die Zeit nicht immer mit Fortbildungen gefüllt werden. Auch eine langersehnte Weltreise kann positiv wirken - wenn sie gut verkauft wird.
Arbeitslose dürfen außerdem nicht den Fehler machen, bei der Jobsuche nach dem Schrotflinten-Prinzip vorzugehen. «Man sollte sich nicht wahllos bewerben», warnt Laufbahnberaterin Julia Funke aus Frankfurt/Main. Denn «08/15»-Bewerbungen bekommen eher eine Absage - und diese macht wiederum dem Selbstbewusstsein zu schaffen. «Ich muss mich fragen: Wo will ich hin, was kann ich, was zeichnet mich aus?»

Geghaltsfrage: Welchen Lohn dürfen Arbeitslose fordern?

Mit einem persönlichen Kompetenzprofil ausgestattet, können dann passende Stellen gesucht werden. Sie müssen nicht unbedingt in der Branche zu finden sein, aus der Bewerber kommen. Wollen Bewerber sich neu ausrichten, dürfen sie sich aber nicht verbiegen. «Egal ob arbeitslos oder nicht, Bewerber müssen in Gesprächen authentisch bleiben», sagt Funke. Wer ehrlich erklären kann, warum er einen Job haben möchte, habe auch in neuen Branchen Chancen.
Bei Lohnforderungen müssen arbeitslose Bewerber nicht bescheidener sein als andere. Der Arbeitsmarkt gibt nach Ansicht der Experten derzeit zwar keine hohen Gehälter her. Aber das gilt für alle Bewerber - ob arbeitslos oder nicht. Etwas anders sehe es bei Langzeitarbeitslosen aus, meint der Bewerbungscoach Jürgen Hesse. «Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist, muss eventuell etwas weniger Gehalt fordern, um den Wiedereinstieg zu schaffen.»

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 14. Mai 2012 10:54 Uhr

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