Graveur: Zeichen setzen mit Hammer, Stichel und Laser

Graveur: Zeichen setzen mit Hammer, Stichel und Laser

Graveur ist ein alter Handwerksberuf. Viele denken, die Fachleute kümmern sich vor allem um Widmungen in Eheringen. Tatsächlich machen sie aber viel mehr.

  • Nick Dräger© dpa
    Beim Trägermaterial für die Gravuren gibt es viele Varianten in Form und Farbe. Der angehende Graveur Nick Dräger berät die Kunden, was möglich ist und ansprechend aussieht.
  • Nick Dräger© dpa
    Früher haben Graveure viel mit Hammer und Stichel gearbeitet. Heute nutzt man vor allem einen Faserlaser.
  • Nick Dräger© dpa
    In einem ersten Schritt bereitet der Auszubildende zum Graveur, Nick Dräger, auf dem Computer das Bild vor, das später auf dem Schild zu sehen sein soll.
  • Nick Dräger© dpa
    Graveure arbeiten auch am Computer: Nick Dräger bearbeitet am PC das Motiv, das später mit dem Faserlaser gedruckt werden soll.
  • Niclas Gottfried und Nick Dräger© dpa
    Sind die Konturen der Gravur sauber geworden? Der angehende Graveur Nick Dräger im Gespräch mit seinem Ausbilder Niclas Gottfried.
  • Nick Dräger© dpa
    Wer wie Nick Dräger Graveur lernen möchte, braucht technisches Verständnis. Das ist etwa nötig, um den Faserlaser zu bedienen. Außerdem müssen die Fachkräfte zeichnen können.
  • Motiv vom Computer auf die Metallplatte© dpa
    Das Motiv vom Computer auf die Metallplatte bringen. Wenn Dräger sich nach der Ausbildung weiterbilden will, kann er den Meister machen - oder etwa Bildende Künste studieren.
  • Fertig gravierte Metallplatte© dpa
    Hammer und Stichel sind längst nicht mehr die einzigen Arbeitsmaterialien von Graveuren. Zunehmend arbeiten sie auch mit Lasern. Deswegen wurde die Ausbildungsordnung nun modernisiert.
Mit seiner Arbeit setzt er Zeichen. Nick Dräger ist im zweiten Ausbildungsjahr als Graveur. In dem Graviertechnik-Betrieb GSV Gottfried in Solingen in Nordrhein-Westfalen lernt er sein Handwerk.

Graveure arbeiten mit Werkzeug, Computer und Laser

Dräger schneidet etwa Schilder zu und graviert dort Bezeichnungen, Kennziffern oder Bildmotive ein. Anschließend werden die Schilder farblich bedruckt. Graveure arbeiten ganz klassisch mit Hammer, Meißel und dem spitzen Stichel. Daneben gehören computergestützte Programme und Laser zum Alltag. Ganz am Anfang steht das Gespräch mit dem Kunden. Der äußert Wünsche, der Graveur zeigt die Möglichkeiten auf. «Dabei kann sich ein Graveur mit eigenen Ideen einbringen», erzählt der 22-jährige Dräger.

Graveure brauchen sichere Hand und Konzentration

Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Ein Unternehmen braucht zum Beispiel neue Firmenschilder - mit dem jeweiligen Firmenlogo sowie Name und Adresse des Inhabers. Zunächst scannt der Graveur ein Foto des Logos ein. Im nächsten Schritt greift der Graveur zu Stichel und Meißel und stellt auf Messing ein Relief mit dem Motiv her. «Um diese Arbeit ausführen zu können, sind eine sichere Hand und eine hohe Konzentrationsfähigkeit unerlässlich», erklärt Christoph Matheis vom Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO) mit Sitz in Hilden. Er ist auch für den Bundesinnungsverband der Galvaniseure, Graveure und Metallbildner (BIV) zuständig.

Graviermaschine überträgt das Motiv

Sobald das Relief fertig ist, programmieren die Fachkräfte eine Graviermaschine. Sie überträgt das jeweilige Motiv spiegelverkehrt auf ein Stahlgesenk. Das Gesenk wird anschließend per Hand nachbearbeitet. Um die Informationen auf dem Firmenschild einzugravieren, nutzen die Fachkräfte etwa Stanzwerkzeuge

Graveur: Eine Ausbildung im Wandel

Angehende Graveure lernen ihren Beruf drei Jahre. Zum 1. August 2016 wurde die Ausbildungsordnung von 1998 novelliert. «Das war nötig, weil sich die Tätigkeiten von Graveuren verändert haben», sagt Margareta Pfeifer vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Die Materialien sind vielfältiger geworden, die Fachkräfte programmieren Graviermaschinen inzwischen mit dem Computer.

Hauptschulabschluss ist Voraussetzung

Von angehenden Azubis werden mindestens ein Hauptschulabschluss sowie ein Grundverständnis für technische Zusammenhänge erwartet. Um Entwürfe für Gravierarbeiten anzufertigen, brauchen Bewerber zeichnerische Fähigkeiten. Die Ausbildung machen Jugendliche entweder bei industriellen Werkzeugherstellern oder in handwerklichen Gravierbetrieben. Das Aufgabenspektrum in dem Beruf ist vielseitig: Es reicht von Gravuren auf Medaillen und Pokalen über die Fertigung von Stempeln bis hin zu Druckvorlagen für Geldscheine.

Ausbildungsgehalt und Einstiegsgehalt für Graveure

Angehende Azubis verdienen im ersten Ausbildungsjahr laut Tarifvertrag 710 Euro, im zweiten 760 Euro und im dritten Jahr 790 Euro. «Das tarifliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung beträgt 2385 Euro», erklärt Matheis. Das bekommt aber nicht jeder. In nicht-tarifgebundenen Firmen ist das Gehalt oft deutlich niedriger.

Studium oder Weiterbildung zum Graveurmeister

Wer nach der Ausbildung weiterkommen will, kann studieren - zum Beispiel Bildende Künste. Und natürlich können Gesellen sich zum Graveurmeister fortbilden. Genau diesen Plan hat Dräger.
Kreativität und gutes Handwerk gefragt
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 27. September 2016 12:09 Uhr