Kinderkrankenpfleger: Wichtige Stütze für Kinder und Eltern

Kinderkrankenpfleger: Wichtige Stütze für Kinder und Eltern

Kinderkrankenpfleger haben keinen einfachen Job. Ihre Patienten sind oft so klein, dass sie nicht sagen können, wo sie Schmerzen haben. Dann ist Einfühlungsvermögen gefragt.

  • Arbeit mit Säuglingen© dpa
    Kinderkrankenpfleger müssen einfühlsam sein: Arbeiten sie mit Säuglingen, können sie nur aus dem Verhalten des Kindes schließen, wie es ihm geht.
  • Bettchen reinigen© dpa
    Als angehende Kinderkrankenschwester reinigt Nicole Ekonomiuk auch mal die Bettchen auf Station. Auch Medikamente und Infusionen verabreichen, Blut abnehmen oder Mahlzeiten austeilen, gehört zu ihren Aufgaben.
  • Ansprechpartner für Eltern© dpa
    Als angehende Kinderkrankenschwester ist Nicole Ekonomiuk oft eine der ersten Ansprechpartner der Eltern auf der Station.
  • Büroarbeit© dpa
    Büroarbeit gehört zum Job ebenfalls dazu.
  • Ausbildung im Klinikum Dortmund© dpa
    Wer wie Nicole Ekonomiuk Kinderkrankenschwester werden will, braucht in der Regel mindestens die mittlere Reife.
  • Frühgeborenenstation© dpa
    Kinderkrankenschwester Nicole Ekonomiuk ist auf der Frühgeborenenstation nicht nur für die Kinder zuständig. Sie berät auch die Eltern, die im Umgang mit den Frühchen oft für jede Hilfe dankbar sind.
Zu Kindern hatte Nicole Ekonomiuk schon immer einen guten Draht. «Schon früh habe ich mit Babysitting angefangen und wusste, dass ich mit Kindern arbeiten möchte», sagt sie. Durch ein Pflegepraktikum wurde ihr dann endgültig klar, dass sie Kinderkrankenpflegerin werden möchte.

Aufgaben von Kinderkrankenpflegern

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger übernehmen die Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus. Sie kümmern sich zum Beispiel um Kinder, die gerade eine Operation hinter sich haben. Zu ihren Aufgaben gehört es, Medikamente und Infusionen zu verabreichen, Blut abzunehmen, aber auch Wäsche zu wechseln und Mahlzeiten auszuteilen.

Kinderkrankenpfleger arbeiten stationär und ambulant

In Deutschland arbeiten knapp 49.000 Männer und Frauen als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Dabei müssen sie nicht zwingend in einer Klinik tätig sein. Kinderkrankenpfleger sind beispielsweise auch in der ambulanten Pflege zu finden und besuchen Patienten zu Hause.

Kinderkrankenpflege: Die Ausbildung

Ausgebildet werden Kinderkrankenpfleger an speziellen Schulen für Gesundheitsberufe, wie es sie in vielen Städten gibt. Im Unterricht stehen vor allem Medizin und Naturwissenschaften auf dem Kursplan. Themen sind etwa Ernährung oder Medikamentenkunde. Jede Schule hat in der Regel eine Kooperationsklinik, in der die angehenden Pfleger den praktischen Teil der Ausbildung machen. «In der Regel besteht die Ausbildung ungefähr zu gleichen Teilen aus Theorie und Praxis», sagt Ekonomiuk. 

Ausbildung zur Kinderkrankenschwester dauert drei Jahre

Im Krankenhaus lernen sie in der dreijährigen Ausbildung ganz unterschiedliche Bereiche kennen, beispielsweise die Krebs- oder Neugeborenen-Station. In den ersten beiden Jahren kommen werdende Kinderkrankenpfleger dabei nicht nur mit Kindern in Kontakt. Zu einem großen Teil arbeiten sie auch mit Erwachsenen.

Spezialisierung auf Kinderkrankenpflege erst im dritten Jahr

«Jeder Kinderkrankenpfleger muss laut Prüfungs- und Ausbildungsverordnung mit Patienten verschiedenen Alters arbeiten», erläutert Wibke Barbian. Sie leitet den Bereich Gesundheits- und Kinderkrankenpflege am Klinikum Dortmund. Erst im dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Spezialisierung auf Kinderkrankenpflege.

Kinderkrankenpfleger können auch mit Senioren arbeiten

Die in den ersten beiden Jahren allgemein angelegte Ausbildung hat zur Folge, dass Kinderkrankenpfleger nach der Ausbildung in vielen verschiedenen Bereichen der Pflege tätig sein können. «Nach dem bestandenen Examen können Auszubildende beispielsweise auch mit Senioren arbeiten», sagt Barbian.

Berufsaussichten von Kinderkrankenpflegern

Die Berufschancen im Bereich der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege seien gut, erklärt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. «Pflegekräfte werden zur Zeit händeringend gesucht», sagt er. Nach der Ausbildung gibt es die Möglichkeit, sich im Bereich Ernährungsberatung oder Anästhesie weiterzubilden.

Ausbildungsvergütung für Kinderkrankenpfleger

Im ersten Jahr der Ausbildung erhalten werdende Kinderkrankenpfleger bei einer Bezahlung nach Tarif eine Vergütung in Höhe von 976 Euro brutto pro Monat, es kann aber auch deutlich weniger sein. Die mittlere Reife ist Voraussetzung für die Ausbildung.

Kinderkrankenpfleger müssen einfühlsam sein

Wer sich für den Beruf entscheidet, muss einfühlsam sein. «Als Kinderkrankenpfleger hat man jeden Tag Menschenleben in der Hand», sagt Ekonomiuk. Arbeitet sie mit Säuglingen, kann sie nur aus dem Verhalten des Kindes schließen, wie es ihm geht. «Es geht im Berufsalltag vor allem darum, den Kindern die Ängste zu nehmen», sagt die 22-Jährige. Ängste haben aber nicht nur die Kinder. Die Eltern zu beraten und anzuleiten, etwa im Umgang mit Neugeborenen, gehört ebenfalls dazu. 

Schichtdienst ist im Pflegebereich normal

Wichtig sei außerdem, gut kommunizieren zu können, sagt Wibke Barbian. Schichtdienst gehört, wie bei beinahe jedem pflegerischem Beruf, zum Job der Kinderkrankenpflegerin dazu.  

Verdienst für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger

In der Regel arbeiten Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger nach der Ausbildung in fester Anstellung in Kliniken, Pflegeheimen, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen oder bei ambulanten Pflegediensten. Laut Paul Ebsen liegt das Gehalt einer Vollzeitkraft bei etwa 2700 Euro brutto, es kann aber auch deutlich weniger sein.

Stärke der Kinder als Inspiration

Nicole Ekonomiuk ist derzeit in ihrem dritten Ausbildungsjahr und wird, wenn alles glatt läuft, noch dieses Jahr ihren Abschluss machen. Was danach kommt? Sie möchte gerne in Dortmund bleiben und vor allem mit schwer erkrankten Kindern arbeiten. Dass der von ihr gewählte Beruf der richtige für sie ist, davon ist sie überzeugt. Eine Sache lässt sie immer wieder erstaunen: «Mit was für einem Lächeln Kinder selbst in schwierigen Situationen durchs Leben gehen, ist der Wahnsinn.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 2. Februar 2016 13:00 Uhr