Forstwirt: Waldarbeiter brauchen gute Kondition

Forstwirt: Waldarbeiter brauchen gute Kondition

Forstwirte fällen Bäume, bauen Zäune und bekämpfen Schädlinge. Auch im Umweltschutz können sie tätig sein. In den Beruf führt nicht nur eine Ausbildung, sondern auch ein Studium.

  • Vorbereitung für den Klettereinsatz© dpa
    Forstwirt Christian Wegner (r) schießt zunächst ein dünnes Seil über die Baumkrone. Dafür nutzt er eine Riesenzwille. Anschließend wird dann mithilfe des dünnen Seils ein Kletterseil in die Baumkrone gezogen.
  • Umsichtige Sägearbeit© dpa
    Wild drauf lossägen: Das geht als Forstwirt gar nicht. Im Gegenteil: Dane-Janusz Wieland muss genau wissen, welche Technik es braucht, um die Saftwege des Baums nicht zu beschädigen.
  • Waldarbeiter im Einsatz© dpa
    Wer wie Dane-Janusz Wieland direkt im Wald tätig sein möchte, macht am besten eine duale Ausbildung. Zu den Aufgaben der Waldarbeiter gehört es, Bäume zu fällen, Wege zu pflegen oder Schädlinge zu bekämpfen. Die Ausbildung dauert drei Jahre, es geht um Themen wie Waldbegrünung und Natur- und Umweltschutz.
  • Seilbalance am Baum© dpa
    Ein Seil über die Baumkrone zu balancieren, ist gar nicht so leicht: Manchmal muss Forstwirt Christian Wegner sich ganz schön in Geduld üben.
  • Forstwirt Christian Wegner© dpa
    Christian Wegner ist einer von rund 6000 Menschen, die in Deutschland in der Forstwirtschaft arbeiten. Das Schöne an der Arbeit sei, dass man am Ende des Tages sieht, was man geleistet hat.
  • Vorsicht mit der Baumsäge© dpa
    Hantieren mit gefährlichem Gerät: Wer wie Susanne Wersig im Wald Bäume beschneidet, muss umsichtig arbeiten. Denn ein Moment der Unachtsamkeit kann zu schweren Verletzungen führen.
  • Auf dem Weg in die Baumkrone© dpa
    In ihrem Job muss Susanne Wersig klettern können. Kranke Äste lassen sich nicht immer mithilfe eines Krans abschneiden. Manchmal ist auch voller Körpereinsatz gefragt.
  • Hoch hinaus in die Wipfel© dpa
    Das Schöne am Beruf des Forstwirts: Man ist fast den ganzen Tag in der Natur. Die Kehrseite ist, dass nicht alle es schaffen, den Job bis zur Rente auszuüben, weil er körperlich so anspruchsvoll ist.
Er kniet sich hin, spannt das Gummi der Wurfschleuder und zielt. Dann fliegt ein Wurfsack hoch auf den Baum, ein daran befestigtes Seil saust hinterher. Christian Wegner hofft, dass es sich um einen stabilen Ast wickelt. «Das klappt nicht immer auf Anhieb», sagt der Forstwirt. Sekunden später klatscht der Wurfsack auf den Boden. Kurz darauf ist er sicher um einen Ast gewickelt. Wegners Kollegin, Susanne Wersig, prüft ihren Klettergurt, schwingt sich hoch und beginnt die kranken Äste des Baums abzusägen.

Forstwirte arbeiten auch in der Stadt

Forstwirte sind für den Schutz und die Pflege des Waldes zuständig, doch ist dieser nicht zwingend ihr Arbeitsort. Wegner hat viele Aufträge in der Stadt. «Das Schöne an dem Job ist, dass man am Ende immer das Ergebnis sieht», sagt er.

Mehrere Ausbildungswege in der Forstwirtschaft

2014 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6056 Menschen in der Forstwirtschaft tätig. «Die Berufsbezeichnung Forstwirt meint aber viele Berufe», erklärt Marcus Kühling, Geschäftsführer beim Deutschen Forstverein in Göttingen. Denn angehende Forstwirte können verschiedene Ausbildungswege wählen.

Mit dualer Ausbildung zum klassischen Waldarbeiter

Wer direkt im Wald tätig sein möchte, sollte sich für die duale Ausbildung entscheiden. «Das sind die klassischen Waldarbeiter», sagt der Diplom-Forstwirt. Sie fällen und pflanzen Bäume, bauen Zäune, pflegen Wege oder bekämpfen Schädlinge. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Ausbildungsvergütung liegt bei Bezahlung nach Tarif im Osten im ersten Lehrjahr bei 592 Euro und steigt auf 699 Euro. Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. Im Westen bewegt sie sich zwischen 755 Euro und 854 Euro.

Studium an Fachhochschule für gehobenen Dienst

Wer Revierförster werden und Fach- und Führungsaufgaben übernehmen möchte, kann statt oder nach der Ausbildung Forstwirtschaft an der Fachhochschule studieren. Im gehobenen Dienst, also für Revierleiter im öffentlichen Wald, wird ein Studium an einer Fachhochschule mit einjähriger Anwärterzeit vorausgesetzt.

Forstamtsleiter: Studium und Referendariat sind Muss

Angehende Forstamtsleiter müssen ein Universitätsstudium und ein zweijähriges Referendariat machen. «An den Hochschulen geht es ums Management», sagt Prof. Daniela Kleinschmit. Sie ist Leiterin des Lehrstuhls für Forst- und Umweltpolitik an der Universität Freiburg.

Berufsaussichten für Forstwirte sind gut

Die Berufschancen für Absolventen sind in den kommenden Jahren ganz gut. «Forstwirte im gehobenen und höheren Staatsdienst werden ebenso gebraucht wie in der privaten Wald- und Holzwirtschaft oder im Umweltschutz», erklärt Kühling.

Forstarbeiter müssen körperlich fit sein

«Wer sich für diesen Job entscheidet, sollte körperlich fit und abgehärtet sein», sagt Wegner. Seit Stunden sägen er und seine Kollegen in der Herbstkälte an Bäumen und Ästen, ziehen sich mit den Armen hinauf, wickeln ihre Füße nach jedem Zug ums Seil, während die Baumwipfel bedrohlich hin und her schwenken. «Jeder Baum ist anders», sagt der Forstwirt. «Man kann nicht einfach hinaufklettern und kranke Äste absägen.»

Liebe zu Natur und Umwelt ist unabdingbar

Die Liebe zur Umwelt ist für den Job unabdingbar. Und von ein bisschen Morgenkälte lassen sich Wegner und seine Kollegen die Laune nicht verderben. «Ich mache den Job schon seit 27 Jahren und kann mir nichts Schöneres vorstellen», sagt der Forstwirt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 16. November 2015 10:45 Uhr