Büchsenmacher: Waffennarr sein ist nicht genug

Büchsenmacher: Waffennarr sein ist nicht genug

Büchsenmacher lernen in einer dreijährigen Ausbildung, Pistolen und Gewehre herzustellen. Reine Waffenfans sind in dem Job jedoch fehl am Platz.

  • Ohne Waffenschein© dpa
    Für eine Ausbildung zum Büchsenmacher brauchen Lehrlinge wie Felix Kühnert nicht unbedingt einen Waffenschein. Foto: Candy Welz
  • Felix Kühnert© dpa
    Felix Kühnert macht eine Ausbildung zum Büchsenmacher. Beim Sport- und Jagdwaffenhersteller Merkel in Suhl lernt er, wie man Waffen baut und wartet. Foto: Candy Welz
  • Gekonnte Handarbeit© dpa
    Vom Lauf, über das Schloss, bis hin zum Gewehrschaft stellen Büchsenmacher die Einzelteile einer Waffe in Handarbeit her, wie etwa diesen Abzugsmechanismus einer Kipplaufbüchse. Foto: Candy Welz
  • Justierung eines Büchsenabzugs© dpa
    Alles Handarbeit: Felix Kühnert justiert den Abzug einer Kipplaufbüchse. Foto: Candy Welz
  • Verantwortungsvolle Aufgabe© dpa
    Ausbildungsleiter Daniel Koch (r) muss seinen Büchsenmacher-Lehrlingen absolut vertrauen können - schließlich haben sie täglich mit Munition und scharfen Waffen zu tun. Foto: Candy Welz
  • Kein Beruf für Revolverhelden© dpa
    Büchsenmacher wie Felix Kühnert sind Mechaniker, keine Revolverhelden. Foto: Candy Welz
Felix Kühnerts Interesse für Waffen wurde im Schützenverein geweckt. Er war Bogenschütze, doch zunehmend faszinierten ihn die Feuerwaffen, mit denen seine Kollegen trainierten. Nach seinem Abitur folgte der 19-jährige Berliner diesem Interesse. Kühnert ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Büchsenmacher beim Sport- und Jagdwaffenhersteller Merkel in Suhl und lernt dort, wie man Waffen baut und wartet.

Was gehört zum Beruf des Büchsenmachers?

Büchsenmacher stellen Gewehre, Flinten, Büchsen, Kleinkalibergewehre und Pistolen her. Außerdem reparieren sie Waffen. Auch im Handel sind sie tätig. In Jagd- und Sportgeschäften sowie Waffenläden verkaufen sie Gewehre und Zubehör an Sportschützen und Jäger. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Welchen Schulabschluss brauchen Büchsenmacher?

Obwohl ein bestimmter Schulabschluss nicht vorgeschrieben ist, haben etwa die Hälfte der derzeitigen Auszubildenden die mittlere Reife und rund ein Drittel die Hochschulreife.

Welche Schwerpunkte gibt es bei der Ausbildung?

In der Berufsschule stehen neben Fächern wie Deutsch und Sozialkunde Waffenrecht, Ballistik oder Optik auf dem Stundenplan. Die Theorie sei durchaus anspruchsvoll, sagt Daniel Koch. Er ist Kühnerts Ausbildungsleiter bei Merkel. Gerade Physik spielt im Unterricht eine große Rolle.

Wie sieht die praktische Ausbildung aus?

Im Betrieb ist bei Merkel in der Grundausbildung erst einmal Handarbeit am Schraubstock angesagt. Anschließend werden die Azubis in den Umgang mit Maschinen eingeführt. «In der Grundausbildung ist die Arbeit der eines Maschinenbauers ähnlich», sagt Jürgen John von der Büchsenmacherinnung in Mitteldeutschland.

Reicht ein starkes Interesse für Waffen?

Für reine Waffennarren ist der Beruf nichts. «Die, die bei uns im Betrieb zum Schulpraktikum kommen, weil sie sich für Waffen interessieren, sind eher enttäuscht», sagt John von der Innung. Büchsenmacher sind Mechaniker, keine Revolverhelden.

Welche Voraussetzungen brauchen Büchsenmacher noch?

Trotzdem gilt: Obwohl Büchsenmacher Gewehre für die Jagd und den Sport herstellen, Waffen bleiben diese trotzdem. Und die sind potenziell tödlich. Und da Auszubildende täglich mit Munition und scharfen Waffen zu tun haben, ist eine charakterliche Eignung deshalb ein Muss, erklärt John. «Ich muss meinem Lehrling im Umgang damit absolut vertrauen können.» Ein polizeiliches Führungszeugnis ist deshalb Voraussetzung.

Wie gut sind die Berufschancen für Büchsenmacher?

Die Büchsenmacherei ist heute eher selten. Bei der Arbeitsplatzsuche muss das kein Nachteil sein. «Wenn Sie Büchsenmacher lernen und später bei Waffen bleiben wollen, ist das zwar ein schmales Feld, aber es gibt wenige Wettbewerber», sagt Jürgen Wursthorn von der Bundesagentur für Arbeit.

Wie viel verdienen Büchsenmacher in der Ausbildung?

Der Verdienst während der Ausbildung liegt laut Wursthorn von der Arbeitsagentur zwischen etwa 350 und 700 Euro im ersten Lehrjahr und 420 bis 820 im dritten. Was man nach Abschluss der Ausbildung verdient, variiert je nach Region und Betrieb. Ein durchschnittliches Einstiegsgehalt könne zwischen 1800 und 2500 Euro brutto liegen, sagt Wursthorn.

Nach der Ausbildung zur Bundeswehr

Die beste Wahl war die Ausbildung Büchsenmacher für Felix Kühnert. «Der Beruf ist etwas Besonderes. Das macht nicht jeder, ich finde das schön», sagt er. Später will er auf jeden Fall weiter mit Waffen arbeiten, zum Beispiel bei der Bundeswehr. Dort würde er sich als Büchsenmacher dann um die Arsenale kümmern.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 9. November 2015 16:51 Uhr