Galerist: Kunst zum Geschäft machen

Neben Kunstverstand und Kontakten brauchen Galeristen auch einen Sinn fürs Geld, denn die Vermarktung von Kunst ist ihr Geschäft.
Ein Geschäft für Kunstwerke
Galerien - wie hier die Galerie Wahlandt - übernehmen für Künstler den Verkauf ihrer Bilder. © dpa

Galeristen vermitteln zwischen Künstlern und Sammlern - und nehmen dafür Provision. Wichtiger als ein Studium ist in dem Beruf Kunstsinn, Umtriebigkeit und ein Gespür fürs Geschäft.

Berufsbild: Galerist

Gute Galeristen suchen Talente und bauen sie langfristig auf. Sie pflegen Kontakte zu den Sammlern, organisieren Ausstellungen und beteiligen sich an Messen, um auf die Werke ihrer Schützlinge aufmerksam zu machen. Die Künstler danken es, indem sie auch auf der Welle des Erfolgs bei ihren Galeristen bleiben und nicht zur Konkurrenz weiterziehen. Neo Rauch etwa hält seinem Galeristen Gerhard Harry Lybke die Treue, seit dieser ihn Mitte der 1980er Jahre in Leipzig entdeckte, als Rauch noch studierte.

Arbeitsfelder: Programmgalerie oder nicht?

Am Anfang des Galeristenlebens steht die Entscheidung, in welche Richtung es thematisch gehen soll. Programmgalerie oder nicht, lautet die Frage. Galerien mit Programm unterscheiden sich durch ein gut abgegrenztes Arbeitsfeld von Galerien ohne. So kümmern sie sich etwa nur um deutsche oder nur um amerikanische Malerei. Etwas Berufung für den Beruf schadet nicht. «Man muss die Notwendigkeit zum Umgang mit Kunst in sich fühlen», drückt es Frank Lehmann aus, der mit seinem Bruder zu DDR-Zeiten die Galerie «Gebr. Lehmann» in Dresden gründete und bis heute führt. Anfänger sollten davon ausgehen, dass der Markt aufgeteilt ist und die Mitspieler sich untereinander bestens kennen. Das Zauberwort im Kunstbetrieb lautet Vertrauen.

Ausbildung zum Galeristen

Nicht jedem Einsteiger ist klar, dass der Kunstbetrieb ein Netzwerk bildet. Kuratoren, Kunstvereinsleiter, Sammler und Museen gehören neben den Künstlern dazu. «In diesem Metier muss sich der Galerist wie ein Fisch im Wasser tummeln», sagt Birgit Maria Sturm vom Bundesverband Deutscher Galerien und Editionen. Die meisten Galeristen beginnen als Mitarbeiter in einer anderen Galerie. Denn eine feste Ausbildung gibt es nicht. Zwar haben viele studiert. Bei den Fächern ist jedoch von Kunstgeschichte bis Betriebswirtschaftslehre alles dabei.

Berufschancen für Galeristen

Bei der Mitarbeit in einer Galerie kann ein Aufstieg wie bei Christian Lethert winken. Er assistierte jahrelang in der Galerie von Erhard Klein in Bad Münstereifel und schrieb seine Diplomarbeit über «Existenzgründung im Kunstmarkt». Als sein Arbeitgeber in den Ruhestand ging, übernahm Lethert seine Kunden und betreut sie seither in seiner eigenen Galerie in Köln.

In der Regel suchen sich die Galeristen die Künstler aus, die sie vertreten, denn es gibt viel mehr Künstler als Kapazitäten bei Galerien. Er empfiehlt Anfängern, neben einer Passion für Kunst ein gutes Stück betriebswirtschaftliches Wissen mitzubringen.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Montag, 13. Februar 2012 16:45 Uhr

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