Flugbegleiter: Knochenjob im Flugzeug

Flugbegleiter: Knochenjob im Flugzeug

Flugbegleiter müssen Passagiere betreuen und sich um die Sicherheit an Bord kümmern. Zartbesaitete Gemüter sind hier fehl am Platz.

Flugbegleiter

© dpa

Früher hießen sie noch Steward und Stewardess. Heute lautet die korrekte Berufsbezeichnung Flugbegleiter/in. Die Schwimmwesten im Flugzeug zu erklären, ist Standardprogramm bei Flugbegleitern. Ebenso gehört es dazu, bei Turbulenzen mit einem Tablett zu hantieren. Die Arbeit als Flugbegleiter ist aber mehr als ein Kellnerjob über den Wolken. Denn im Notfall tragen sie eine große Verantwortung.

Flugbegleiter werden in Lehrgängen ausgebildet

Ein einheitlich geregelter Ausbildungsberuf ist der Flugbegleiter nicht, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) erläutert. Vielmehr handelt es sich bei der Ausbildung um einen Lehrgang, dessen Vorschriften von den jeweiligen Trägern abhängen.

Voraussetzungen für den Ausbildungslehrgang Flugbegleiter

So ist die Art des Schulabschlusses für Bewerber bei Air Berlin nicht so wichtig. Um an einem sechswöchigen Training teilzunehmen, müssen sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Auch die Körpergröße ist entscheidend. Bewerber bei Air Berlin müssen mindestens 1,65 Meter groß sein, bei der Lufthansa sind es 1,60 Meter. Das ist wichtig, damit sie an die Gepäckfächer an Bord kommen.

Noch entscheidender sind Sprachkenntnisse. Neben Deutsch müssen Bewerber auch Englisch können. «Das ist die Sprache der Luftfahrtbranche», erklärt Nadine Bernhardt von Air Berlin. Außerdem seien Spanischkenntnisse von Vorteil, da die Fluggesellschaft viel in dem Land unterwegs ist.

Arbeitsalltag als Flugbegleiter

Bewerber müssen außerdem in der Lage sein, längere Zeit auf engem Raum mit anderen zusammenzuarbeiten. Daher gilt: «Flugbegleiter müssen teamorientiert sein», sagt Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Und sie müssen sich schnell in die Mannschaft integrieren - eine lange Eingewöhnungsphase gibt es nicht.

Flugbegleitern sollte außerdem klar sei, dass sie viel unterwegs und damit oft nicht zu Hause sind. Wartet dort der Freund, kann der Duft der weiten Welt leicht an Reiz verlieren, gibt die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) zu bedenken.

Ausbildung zum Flugbegleiter

Sind Telefoninterviews, Vorstellungsgespräche oder Assessment-Center überstanden, kann die Ausbildung beginnen. Bei der Lufthansa werden angehende Flugbegleiter acht Wochen lang in Frankfurt oder München geschult. Der Kurs besteht vor allem aus zwei Komponenten: Sicherheit und Service. Der erste Punkt ist der wichtigste bei der Arbeit als Flugbegleiter.

Ausbildungsinhalt: Sicherheit üben

Unter realistischen Bedingungen lernen die Anfänger zum Beispiel, ein Flugzeug über Notrutschen zu evakuieren. «Das Szenario einer Notwasserung wird geübt», sagt Lamberty. Die angehenden Flugbegleiter müssen es schaffen, die Hälfte der Passagiere in 90 Sekunden heil aus dem Flieger zu bringen. Dabei müssen sie Ruhe bewahren, egal was kommt. Das Problem: Sie wissen vorher nicht, welche Notrutsche bei der Übung eventuell blockiert ist.

Ausbildungsinhalt: Brandbekämpfung lernen

Auch die Brandbekämpfung gehört zur Ausbildung dazu. Geübt wird mit echtem Feuer oder mit Licht- und Raucheffekten in Kabinennachbauten. Die Auszubildenden müssen eine Brandschutzhaube aufsetzen und die Flammen bekämpfen. Dabei bekommen sie Tipps von ihren Ausbildern. «Man sollte sich dessen bewusst sein, dass das ganz schön stressig ist», sagt Lamberty. Für zartbesaitete Gemüter ist die Ausbildung daher nichts.

Gastronomieerfahrung ist für Flugbegleiter vorteilhaft

Die Fluggäste wollen aber auch mit Essen und Getränken versorgt werden. Deswegen müssen die Auszubildenden sich damit vertraut machen, wie die Bordküche funktioniert. «Von Vorteil ist, wenn man Erfahrung in der Gastronomie mitbringt», ergänzt Lamberty. Es hilft, wenn sich Bewerber mit Wein auskennen, um die Passagiere zu beraten.

Ausbildung zum Flugbegleiter dauert acht Wochen

Nach acht Wochen haben es die Auszubildenden geschafft. Sie können auf große Reise gehen. Doch das bedeutet nicht, dass sie nicht noch weiter lernen können. Einmal im Jahr müssen sie ihr medizinisches Wissen auffrischen und etwa üben, wie man einen Defibrillator verwendet oder jemanden auf andere Weise wiederbelebt.

Gehalt als Flugbegleiter

Das Einkommen ist nicht gerade üppig: Die BA gibt als Richtwert für die Grundvergütung 1415 Euro brutto im Monat an, bei der Lufthansa sind es rund 1530 Euro. Hinzu kommen eine Schichtzulage, Urlaubsgeld und ein tageweises Abwesenheitsgeld während der Einsätze.

Job-Chancen als Flugbegleiter

Derzeit suchen die zwei größten deutschen Fluggesellschaften wieder nach neuen Flugbegleitern. Mittelfristig benötigt die Lufthansa nach eigenen Angaben 1600 neue Kabinenmitarbeiter. Auch Air Berlin braucht immer wieder Flugbegleiter für verschiedene Standorte.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 26. April 2016 09:52 Uhr

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