Floristin: Beruf zwischen Blumen und Bilanzen

Kreativität ist bei Blumenhändlern nicht alles: Für Floristinnen ist bei der Ausbildung Sinn für Dekoration ebenso wichtig wie kaufmännischer Verstand.
Berufsbild Floristin und Blumenhändler
Floristen müssen sich immer wieder etwas Neues beim Gestalten von Blumenkreationen einfallen lassen. © dpa

Es geht um mehr als nur um Blumen. Das ist Elisabeth Schoenemann wichtig, wenn sie von ihrem Beruf als Floristin erzählt. Denn gerade die Vielseitigkeit ihres Jobs reizt die 22-Jährige. Sie arbeitet in einem Blumengeschäft in Mönchengladbach. «Ich binde nicht nur Blumen, ich muss auch mit Kunden umgehen und rechnen können», berichtet Schoenemann.

Voraussetzungen für den Beruf Floristin

Wer sich für einen Ausbildungsplatz interessiert, muss nicht nur Interesse an kreativer Arbeit mitbringen, sondern auch Spaß am Verkaufen haben. «Es reicht nicht, die Natur zu lieben.» Floristen hätten viel Kundenkontakt. «Da muss man auch auf Menschen zugehen können.» Mauerblümchen haben es in dem Beruf daher schwer.

Floristen brauchen Kraft

Elisabeth Schoenemann hat seit drei Jahren ausgelernt und hilft jetzt den neuen Azubis im Geschäft, lateinische Blumennamen auswendig zu lernen oder Besonderheiten der Gewächse zu studieren. «Zum Beispiel gibt es hunderte Sorten von Rosen, da ist es nicht immer leicht, alle zu kennen.»

Berufsberaterin Brigitte Hagen von der Agentur für Arbeit in Düsseldorf nennt weitere Voraussetzungen für den Beruf: «Zu kleine Hände sind hinderlich», sagt sie. Denn immerhin müssten Floristen große Sträuße gut halten können. Außerdem sollte man genug Kraft haben, um auch einen schweren Trauerkranz tragen zu können. Der Beruf hat auch betriebswirtschaftliche Aspekte: «Floristen kaufen die Blumen ein, müssen Preise kalkulieren.»

Ausbildung zur Floristin

Der übliche Weg zu einer Ausbildungsstelle führt über ein Praktikum. So kann der Arbeitgeber den Bewerber genauer kennenlernen und schauen, ob es passt. Voraussetzung für die spätere Ausbildung ist generell ein Schulabschluss. Ob von der Haupt- oder Realschule, ist oft nicht so wichtig wie das Auftreten der Bewerber, ihr Rechen-Vermögen und ihr Interesse am Beruf. Die Zahl der angehenden Floristen ist dem BIBB zufolge in jüngster Zeit stetig gesunken. So gab es 2008 bundesweit rund 6000 Auszubildende in dem Beruf - das war ein Zehntel weniger als zwei Jahre zuvor.

Arbeitsplatz und Gehalt als Floristin

Lukrativ ist der Beruf nicht gerade: Die Ausbildungsvergütung variiert zwischen 237 und 331 Euro pro Monat im ersten Jahr und 368 bis 499 Euro im dritten Jahr. Bei ausgelernten Kräften bewegen sich die Monatsgehälter zwischen 1200 und 1600 Euro brutto.
Arbeitgeber sind Blumenfachgeschäfte, Gartencenter oder Gärtnereien. Dort muss auch samstags gearbeitet werden. In Geschäften, die lange geöffnet haben, gibt es meist zwei Schichten am Tag. Aber auch im Großhandel oder bei Bestattern und im Event-Bereich arbeiten Floristen.

«Der Trend, vor allem bei den jungen Leuten, geht in Richtung Dekoration», sagt Nicola Fink vom Floristenverband. In Boutiquen oder Hotels, bei Veranstaltungen oder Messen- florale Inszenierungen sind gefragt. Auch Elisabeth Schoenemann mag den dekorativen Teil ihrer Arbeit als Floristin. «Wenn ich einem Kunden einen Strauß binde, möchte ich ihn mit dem, was ich anbiete, begeistern.» Das Schöne dabei: Das Feedback bekommt sie direkt - wenn der Kunde sich freudig bedankt.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Donnerstag, 22. März 2012 14:08 Uhr

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