Arbeitszeugnis muss sich am Zwischenzeugnis orientieren

Arbeitszeugnis muss sich am Zwischenzeugnis orientieren

Ein Arbeitszeugnis darf nicht zu sehr von Bewertungen aus einem Zwischenzeugnis abweichen.

Das hat das Arbeitsgerichts Köln entschieden. Hat sich der Arbeitgeber hierzu vertraglich verpflichtet, gilt dies auch dann, wenn er nachträglich von einem Fehlverhalten des Beschäftigten erfährt. Darauf weist die Deutsche Anwaltauskunft in Berlin hin.

Nachträglich bekannt gewordenes Fehlverhalten entbindet nicht von der Verpflichtung

In dem Fall hatte ein Arbeitnehmer geklagt, weil sein Arbeitszeugnis erheblich von seinem Zwischenzeugnis abwich. Der Arbeitgeber hatte sich im Zuge eines Kündigungsprozesses aber dazu verpflichtet, ein Zeugnis «in Anlehnung an das bereits erteilte Zwischenzeugnis» zu erstellen. Daran fühlte er sich jedoch nicht mehr gebunden, weil ihm nachträglich ein Fehlverhalten des Arbeitnehmers bekanntgeworden war.
Die Richter ließen das jedoch nicht gelten und gaben dem Kläger Recht. Selbst wenn der Arbeitgeber nachträglich von einem Fehlverhalten des Klägers erfahren habe, sei dies nicht relevant. Der Arbeitgeber habe die Verpflichtung nicht davon abhängig gemacht, dass ihm keine neuen Tatsachen über den Beschäftigten bekanntwürden. Damit sei er in jedem Fall an die Vereinbarung gebunden.

Aktenzeichen: 6 Ca 9134/08
 
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 13. Januar 2011 16:02 Uhr