Probezeit verlängern: Erlaubt oder nicht?

Probezeit verlängern: Erlaubt oder nicht?

Der Arbeitgeber darf die vertraglich vereinbarte Probezeit nicht einfach verlängern. Stimmt der Arbeitnehmer zu, sieht die Sache anders aus.

Probezeit verlängern

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Die Probezeit kann der Arbeitgeber nicht einseitig verlängern. Sehr wohl aber, wenn der Arbeitnehmer zugestimmt hat.

Die Probezeit gilt als Kennenlernphase, in der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegenseitig prüfen können, ob das Arbeitsverhältnis passt. Darf eine vertraglich vereinbarte Probezeit vom Arbeitgeber jedoch verlängert werden?

Arbeitnehmer muss Verlängerung zustimmen

Die einfache Antwort lautet: nein. «Der Arbeitgeber kann die Probezeit nicht einfach ohne Zustimmung des Arbeitnehmers verlängern», sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Die Parteien können sich aber abstimmen. Gibt der Arbeitnehmer sein Einverständnis, wird die Verlängerung in einer Ergänzung zum Arbeitsvertrag festgehalten.
Der Fachanwalt nennt ein Beispiel: Im Arbeitsvertrag eines Unternehmens ist eine Probezeit von drei Monaten geregelt. Eine neue Mitarbeiterin fehlt in dieser Zeit einen Monat lang wegen Krankheit. Deshalb kann sich der Arbeitgeber kein vollständiges Bild machen und verlängert in Absprache mit ihr die Probezeit um längstens drei weitere Monate.

Probezeit länger als sechs Monate?

Aber auch über den regulären Zeitraum einer Probezeit von sechs Monaten hinaus ist in Einzelfällen eine Verlängerung möglich. Meyer empfiehlt Arbeitnehmern, ein solches Angebot des Arbeitgebers in der Regel anzunehmen.
Auch diesen Fall illustriert er anhand eines Beispiels: So könne es sein, dass ein Arbeitgeber am Ende des sechsten Monats noch nicht genau weiß, ob ein neuer Mitarbeiter ins Team passt, und kurz vor Ablauf der Probezeit eine Verlängerung erfragt.

Kündigung bis zum letzten Tag der Probezeit möglich

«Der Arbeitnehmer sollte sich auf jeden Fall darauf einlassen», so Meyer. Denn ab dem siebten Monat des Arbeitsverhältnisses greift der gesetzliche Kündigungsschutz. Das heißt, die Kündigungsfrist ist dann unabhängig von der Probezeit länger, und der Arbeitnehmer hat das Recht, eine ab dem siebten Monat erfolgte Kündigung inhaltlich überprüfen zu lassen.
In den ersten sechs Monaten eines Arbeitsverhältnisses und bei Vereinbarung einer Probezeit hat der Arbeitgeber das Recht, dem Arbeitnehmer mit einer Frist von 14 Tagen zu kündigen. Das regelt Paragraf 622 im Bürgerlichen Gesetzbuch. «Und entscheidend ist dabei der Zugangszeitpunkt der Kündigung», so Meyer. Eine Kündigungserklärung ist somit auch am letzten Tag der Probezeit noch möglich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 11. November 2019 09:20 Uhr