Arbeitsvertrag noch vor dem ersten Tag kündigen?

Arbeitsvertrag noch vor dem ersten Tag kündigen?

Auch wenn der neue Arbeitsvertrag bereits unterschrieben ist, können Arbeitnehmer noch vor Dienstantritt kündigen - es sei denn er enthält eine bestimmte Klausel.

Eine neue Stelle

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Wer seinen Arbeitsvertrag noch vor Dienstantritt kündigen möchte, muss prüfen, ob bestimmte Klauseln im Vertrag das ausschließen.

Bewerber können abwägen, abwarten und hoch pokern, aber irgendwann müssen sie sich entscheiden: Nehme ich das Angebot eines Arbeitgebers an oder nicht? Sobald die Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag getrocknet ist, gibt es kein Zurück mehr. Oder etwa doch?

Klausel kann Kündigung ausschließen

Können Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag noch vor dem ersten Antrittstag kündigen? «Prinzipiell ja», sagt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. «Häufig enthalten Arbeitsverträge jedoch Klauseln, die eine Kündigung vor Dienstantritt ausschließen.»

Nach erstem Arbeitstag kündigen

Aufgrund dieser Regel heißt es dann: Der Arbeitgeber muss mindestens für einen Tag seinen Job antreten, bevor er kündigen kann. Davon habe zwar in der Regel kein Arbeitgeber etwas - die Hürden, vor Dienstantritt einfach zu kündigen, seien für den Arbeitnehmer dennoch höher. «Das mindert das Risiko schon sehr», so die Einschätzung des Experten.

Schadenersatz bei Missachten der Klausel

Verstößt ein Arbeitnehmer gegen diese Klausel, kann es sein, dass der Arbeitgeber bei Nichtantritt Schadenersatzansprüche gegen ihn geltend macht.

Kündigungsfrist unbedingt einhalten

Auch wenn ein Arbeitnehmer noch vor dem ersten Antrittstag kündigt, muss er die im Vertrag vorgeschriebene Kündigungsfrist einhalten. Je nachdem, wie weit der Kündigungszeitpunkt in der Zukunft liegt, kann es sein, dass der Arbeitnehmer die Stelle noch für einige Zeit antreten muss - oder eben nicht.

Vertragsrecht nicht auf leichte Schulter nehmen

Wer seinen Vertrag noch vor Antritt kündigt, um einem anderen Arbeitgeber seine Zusage zu geben, sollte beachten, dass auch in diesem Fall möglicherweise Schadenersatzansprüche beim Arbeitgeber entstehen können. «Zwar muss ein Arbeitgeber die Berechtigung der Ansprüche auch beweisen, «man sollte das Vertragsrecht aber dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen», so Schipp.

Kündigung vor Dienstantritt kann teuer werden

Entgeht dem Arbeitgeber durch die Kündigung eines Kandidaten, der bereits eingeplant war, zum Beispiel ein werthaltiger Auftrag oder muss er einen teuren Leiharbeiter einstellen, könne es möglicherweise kostspielig werden.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 10. Dezember 2018 09:37 Uhr