Pakete ins Büro schicken lassen: Erlaubt oder nicht?

Pakete ins Büro schicken lassen: Erlaubt oder nicht?

Viele Berufstätige sind an ihrem Arbeitsplatz für Paketboten am besten anzutreffen. Doch wer seine Jobadresse als Lieferadresse angeben will, fragt vorher besser seinen Chef.

Paketlieferung

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Private Pakete dürfen nur nach Absprache mit dem Chef ins Büro geliefert werden.

«Wir haben Sie leider nicht angetroffen. Ihr Paket liegt in der Filiale.» Es gibt eine Alternative zu solchen nervigen Mitteilungen: sich Pakete einfach an den Arbeitsplatz schicken zu lassen. Aber darf ich das überhaupt?

Kein Anspruch auf Paketzustellung ins Büro

Erstmal nicht, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. «Der Arbeitgeber hat das Hausrecht und ist für die Betriebsorganisation verantwortlich. Arbeitnehmer haben keinen Anspruch darauf, dass er das erlauben muss.»
Mann beim Jubel
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Erlaubnis per Aushang, Mail oder Handhabung

In der Praxis kann es trotzdem erlaubt sein - auf zwei Wegen: erstens ausdrücklich, per Aushang oder Rundmail etwa. Oder zweitens durch die tatsächliche Handhabung: Diese greift dann, wenn Mitarbeiter sich Pakete einfach schicken lassen und der Arbeitgeber das toleriert.

Erlaubnis kann auch widerrufen werden

Die Erlaubnis kann der Arbeitgeber allerdings widerrufen - und zwar nicht nur für die ganze Belegschaft, sondern auch für einzelne Mitarbeiter. «Wenn jemand zwei Päckchen im Jahr bekommt ist das vielleicht was anderes als zehn Pakete pro Woche», sagt Oberthür.

Arbeitgeber muss Briefgeheimnis wahren

Mit der Erlaubnis handelt sich der Arbeitgeber auch Pflichten ein. Denn er muss die Privatsphäre der Mitarbeiter beziehungsweise das Briefgeheimnis wahren. Das bedeutet: Es darf dann etwa keine Poststelle mehr geben, die aus Sicherheitsgründen grundsätzlich alle Post öffnet und im Haus verteilt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 11. Februar 2020 08:49 Uhr