Scheinpraktikum kann als reguläres Arbeitsverhältnis gelten

Scheinpraktikum kann als reguläres Arbeitsverhältnis gelten

Erledigen Praktikanten die üblichen Aufgaben von Arbeitnehmern, handelt es sich um ein Scheinpraktikum. Diese Einstufung hat Auswirkungen auf die Bezahlung.

Praktikum zu vergeben

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Viele Unternehmen suchen nach billigen Arbeitskräften und vergeben Praktikumsplätze. Das ist jedoch nur erlaubt, wenn der Ausbildungszweck im Vordergrund steht.

Bei Praktika muss der Ausbildungszweck im Mittelpunkt stehen. Andernfalls liegt unter Umständen ein Scheinpraktikum vor, das als reguläres Arbeitsverhältnis anzusehen ist. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin.

Praktikum oder reguläres Arbeitsverhältnis?

Er verweist auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg (Az.: 6 Sa 1787/15). In dem verhandelten Fall hatte die Praktikantin geklagt. Sie hatte ein einschlägiges Studium absolviert, und das Praktikum war nach der Studienordnung nicht vorgeschrieben. Die Frau erhielt 400 Euro pro Monat. Sie war aber der Meinung, dass ihr mehr zustehe und ein reguläres Arbeitsverhältnis vorliege. Daher zog sie vor Gericht.

Arbeitsverhältnis bei einschlägigem Studium

Das gab ihr Recht. Bei Absolventen eines einschlägigen Studiums seien Praktika als Arbeitsverhältnisse anzusehen, wenn sie überwiegend mit üblichen Arbeitsaufgaben von Arbeitnehmern verbunden seien. Das sei hier der Fall gewesen. So erledigte sie ihre Tätigkeit auf Anweisung eines Mitarbeiters und musste in einem Großraumbüro arbeiten. Und es habe eine tägliche Anwesenheitspflicht von acht Stunden gegeben.

Scheinpraktikum: Ausbildungszweck kommt zu kurz

Der Arbeitgeber habe nicht belegen können, dass die Tätigkeit vorrangig einen Ausbildungszweck hatte. Daher handele es sich um ein Scheinpraktikum. Der Frau stehe daher eine ähnliche Vergütung wie die der übrigen Mitarbeiter zu.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 18. April 2017 11:40 Uhr