Langzeiterkrankung: Bargeld statt Urlaubstage

Langzeiterkrankung: Bargeld statt Urlaubstage

Dauert eine Krankheit so lange an, dass Arbeitnehmer keinen Urlaub nehmen können, haben sie Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich. Allerdings nicht ewig.

Geld statt Urlaub

© dpa

Können Mitarbeiter wegen einer Langzeiterkrankung ihren Urlaub nicht nehmen, können sie eine Barauszahlung einfordern.

Wer wegen einer Langzeiterkrankung seinen Urlaub nicht nehmen kann, hat mitunter Anspruch auf Barauszahlung. Voraussetzung ist, dass der Urlaub noch nicht verfallen ist. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin.

Dauerhaft arbeitsunfähig: Mann fordert Auszahlung

Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Bielefeld (Az.: 7 Ca 214/14). In dem verhandelten Fall war ein Mann 2013 und 2014 dauerhaft erkrankt. Sein Arbeitsverhältnis endete am 31. Oktober 2014. Den Urlaub für 2013 und 2014 wollte er sich auszahlen lassen und klagte darauf.

Anspruch auf Abgeltung des Urlaubs in bar

Mit Erfolg. Das Arbeitsgericht verurteilte den früheren Arbeitgeber zur Zahlung von rund 5300 Euro brutto. Ist ein Arbeitnehmer durchgehend arbeitsunfähig erkrankt, habe er Anspruch auf Abgeltung seines Urlaubs in bar. Der Urlaubsanspruch aus 2013 sei auch nicht verfallen.

Wann der Urlaubsanspruch verfällt

Ein Urlaubsanspruch, der wegen einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit nicht genommen werden konnte, verfalle 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres. Daher bestehe ein Anspruch für beide Jahre. Zum Nachweis reichten die Bescheinigung der Krankenkasse und die Aussage des behandelnden Arztes.
urlaub vererben auszahlen
© dpa

Erben haben Anspruch auf Urlaubsabgeltung

Nach Europäischem Recht können sich Erben die nicht genommenen Urlaubstage des Verstorbenen auszahlen lassen. Das gilt allerdings nur für den gesetzlichen Mindesturlaub. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 1. März 2017 13:18 Uhr