Homeoffice: Verletzung zählt nicht als Arbeitsunfall

Homeoffice: Verletzung zählt nicht als Arbeitsunfall

Verletzt sich ein Mitarbeiter im Homeoffice, muss der Arbeitgeber nicht automatisch haften. Dafür gibt es laut Bundessozialgericht zwei plausible Gründe.

Home Office unfall versicherung

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Wer sich im Home Office verletzt, kann das nicht automatisch als Arbeitsunfall geltend machen.

Wer von zu Hause aus arbeitet und sich beim Wasserholen den Fuß bricht, kann dafür keinen Arbeitsunfall geltend machen. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel (Az: B 2 U 5/15 R) entschieden.

Frau bricht sich in Homeoffice den Fuß

Der Arbeitgeber habe nicht das Risiko zu verantworten, wie der Lebensbereich des Arbeitnehmers gestaltet sei, hieß es zur Begründung. Im konkreten Fall wollte eine Frau, die im Home Office arbeitet, vom Arbeitszimmer im Dachgeschoss in die Küche im Stock darunter laufen, auf der Treppe brach sie sich den Fuß.

Homeoffice zählt zur privaten Lebenssphäre

Das BSG erklärte, die Wohnung sei eine private, nicht versicherte Lebenssphäre. Zudem sei es den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung kaum möglich, dort gefahrenreduzierende Maßnahmen wie etwa schwarz-gelbe Sicherheitsmarkierungen zu ergreifen.

Betriebliche Vorgaben und Zwänge fehlen

Die Richter stellten klar, dass der Weg zur Nahrungsaufnahme auf Betriebswegen zwar grundsätzlich versichert ist. Essen und Trinken an einer Betriebsstätte unterliege aber betrieblichen Vorgaben und Zwängen. Im Home Office könne der Arbeitnehmer jedoch selbst entscheiden, wann er sich Wasser hole.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 8. Juli 2016 11:41 Uhr