Privatauto im Job verliehen: Wer haftet bei Schäden?

Privatauto im Job verliehen: Wer haftet bei Schäden?

Wer Arbeitskollegen sein Privatauto für dienstliche Zwecke leiht, sollte sich über die Haftung im Klaren sein.

Vorsicht beim Autoverleih

© dpa

Vorsicht beim Verleihen des eigenen Autos: Der Arbeitskollege haftet bei Schäden unter Umständen nur anteilig.

Leiht ein Arbeitnehmer einem Kollegen sein Privatauto für den Job, gelten bei einem Unfall dieselben Haftungsgrundsätze wie bei einem Dienstwagen. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Arbeitgeber sein Einverständnis zu der Überlassung gegeben hat. Das hat das Landesarbeitsgericht Köln entschieden (Az.: 9 Sa 1346/09). Auf das Urteil weist der Deutsche Anwaltverein hin. Der betroffene Kollege haftet dann unter Umständen nur anteilig.

Mitarbeiter verleiht Privatauto an einen Kollegen

In dem konkreten Fall sollte ein Mitarbeiter eines Pizzadienstes für die Auslieferung seinen eigenen Wagen benutzen. Ein Dienstauto stand in dem Moment nicht zur Verfügung. Als sich der Mitarbeiter weigerte, lieh ihm ein Kollege sein Auto. Damit verursachte der Pizzalieferant später fahrlässig einen Unfall mit einem Schaden von etwa 3000 Euro. Daraufhin verlangte der Eigentümer von seinem Kollegen den Ersatz des Schadens.

Überlassung ist keine Gefälligkeit

Damit hatte er nur teilweise Erfolg. Im Privatleben müsste der Kollege dem anderen den Schaden im vollen Umfang erstatten. In Fällen wie diesem würden die Autos jedoch nicht aus Gefälligkeit überlassen, so die Richter. Vielmehr habe der Arbeitgeber ein Interesse an der Auslieferung der Ware. Da in der Vergangenheit bereits Privatwagen genommen wurden, habe sein Einverständnis auch vorgelegen. Dadurch entstehe jedoch ein Leihvertrag mit innerbetrieblichen Haftungserleichterungen.

Haftung wie bei einem Dienstfahrzeug

Das bedeute, dass in solchen Fällen dieselbe Haftung wie bei einem Dienstfahrzeug gelte: Der Betroffene hafte nur anteilig bei Fahrlässigkeit und gar nicht bei nur leichter Fahrlässigkeit. Hier sei der Unfall fahrlässig herbeigeführt worden. Daher hafte der Arbeitnehmer nur anteilig mit 1000 Euro.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 4. März 2013 15:33 Uhr