Kita-Streik: Dürfen Eltern zu Hause bleiben?

Kita-Streik: Dürfen Eltern zu Hause bleiben?

Kommt es zum Streik im öffentlichen Dienst, bleiben auch die Kitas geschlossen. Was können Eltern tun, wenn keine Ersatzbetreuung möglich ist?

Warnstreiks im öffentlichen Dienst

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Wird die Kita bestreikt, stehen berufstätige Eltern vor einem Problem. Zur Not dürfen sie ihrer Arbeit fernbleiben.

Eltern dürfen notfalls bei der Arbeit fehlen, wenn die Kita wegen eines Warnstreiks geschlossen bleibt, erläutert der Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer aus Stuttgart. Dies sei ein «wichtiger Grund», der es rechtfertige, der Arbeit fernzubleiben. Tun Eltern dies, sei das kein Anlass für eine Abmahnung oder gar eine Kündigung. Zunächst müssten Eltern aber versuchen, eine Ersatzbetreuung zu finden.

Eltern müssen Ersatzbetreuung suchen

Ist dies nicht möglich, sollten sie so schnell wie möglich dem Arbeitgeber Bescheid geben und erklären, warum sie nicht kommen können. Scheiden Großeltern, Nachbarn oder eine Tagesmutter als Ersatz für die Kinderbetreuung aus, könnten Beschäftigte beim Arbeitgeber nachfragen, ob sie ihr Kind mit ins Büro bringen dürfen. Damit signalisiere der Arbeitnehmer seinem Chef: «Ich bemühe mich und versuche, zur Arbeit zu kommen», erklärt Bauer, der Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein ist.

Anspruch auf Lohnfortzahlung bleibt bestehen

Eltern haben in diesem Fall Bauer zufolge auch Anspruch auf Lohnfortzahlung für den Fehltag, wenn der Streik erst kurzfristig angekündigt wurde. Sie können sich auf den Paragrafen 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches berufen. Er besagt, dass Arbeitnehmer diesen Anspruch behalten, wenn sie ohne eigenes Verschulden durch ein unvorhergesehenes Ereignis verhindert sind.

Wochenende wird nicht eingerechnet

Wird an einem Freitag ein Streik für Montag angekündigt, ist das laut Bauer kurzfristig genug, um als unvorhergesehenes Ereignis zu gelten. So kann der Arbeitnehmer geltend machen, dass er auf die Schnelle keine Ersatzlösung finden konnte. Eine höchstrichterliche Entscheidung gebe es hierzu bisher aber nicht.
Gut betreut vom Babysitter
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. Februar 2017 09:01 Uhr