Sexismus im Büro mit klaren Ansagen stoppen

Sexismus im Büro mit klaren Ansagen stoppen

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelikt. Betroffenen kann sie sogar die Karriere zerstören. Wie Frauen sich verhalten sollten- und wie besser nicht.

Wenn der Chef die Distanz verliert

© dpa

Spätestens hier ist Schluss: Verliert der Chef die Distanz, muss die Kollegin ihn in seine Schranken weisen.

Vorwürfe einer jungen Reporterin gegen den FDP-Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle haben eine Debatte um Sexismus im Berufsalltag in Gang gebracht. Denn auch im Büro ist Sexismus immer wieder ein Thema. Keine Frau muss sich das gefallen lassen. Und: Sexistische Kommentare von Kollegen dürfen Frauen auch aus Sorge um ihre Karriere nicht einfach hinnehmen. Die Management-Trainerin Sabine Asgodom gibt Frauen folgende Tipps.

Sexismus klar untersagen

Die Betroffene muss klar sagen: «Hören Sie auf!» Überraschend hilfreich sei es, wenn die Frau dabei an die Ritterlichkeit des Mannes appelliert: «Sie würden auch nicht wollen, dass Ihrer Frau das passiert.»

Sexuelle Belästigung nicht mit gleichen Mitteln kontern

Ob dumme Sprüche oder sogar der Klaps auf den Po: Auf solche Übergriffe kann eine Frau auch falsch reagieren. Um nicht als Spielverderberin dazustehen, versuchen manche, selbst mit einem anzüglichen Spruch zu kontern. «Das ist gefährlich», warnt die Expertin. «Es könnte sein, dass der Mann glaubt: "Oh, das ist ein lustiges Spielchen, sie hat auch Gefallen daran."» Problematisch wird es auch, wenn ein anderer Kollege zufällig zuhört, wie die Frau zum Beispiel sagt: «Ach, ich hatte diese Woche schon fünf Männer, Sie wären jetzt einer zu viel."»
Und selbst wenn das Kontern funktioniert und den Mann aus der Fassung bringt: Auch humorvolle Frauen sind in einer Situation, in der sie sich bedrängt fühlen, oft nicht spontan und lustig. «Wenn ich Angst habe, fällt mir das alles nicht ein», sagt Asgodom. Einstudierte Sprüche funktionieren nicht.

Schuld für Sexismus nicht bei sich suchen

Falsch sei es, sich zurückziehen und sich vielleicht sogar zu sagen: «Ja gut, ich hatte ja auch einen kurzen Rock an.» Eine klare Ansage räume das Problem meist schon für immer aus der Welt. Denn auch wenn sexistische Kommentare Frauen verletzen, manche Männer sind sich der Macht des Herrenwitzes gar nicht bewusst. Und wenn sich die Kollegin nie wehrt, denken sie, der Spruch kam gut an. «Dabei lähmt die Frauen nur die Angst vor der Konsequenz», stellt Asgodom fest.

Sexuelle Belästigung kann Karrieren zerstören

Aber manche Männer sind nun mal so, oder? Das Argument zählt für Asgodom nicht- vor allem nicht im Job. «Das ist ein ernsthaftes Thema, kein Kavaliersdelikt», warnt die Management-Trainerin. Denn Sexismus kann Frauen sogar Karrieren verbauen. Der Grund: Eine Frau wird grundsätzlich vorsichtig, wenn der Chef sie ab und zu «Mäuschen» nennt oder sagt, dass sie in dem engen Rock sicher alle Männer verrückt macht. Ein geschäftliches Gespräch abends im Restaurant wird sie folglich ausschlagen. Denn da hätte er zu viele Gelegenheiten, ihr nahe zu kommen- dabei bieten solche Termine beste Chancen fürs Networking. «Und damit sind Sie abgeschnitten von einer Möglichkeit, von der man weiß, dass sie Karrieren fördert, nämlich dieses informelle Mal-ein-Bier-Trinken.»

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Karriere-Tipps für Frauen

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 25. Januar 2013 17:44 Uhr

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