Krankengeld nur bei lückenloser Krankschreibung

Krankengeld nur bei lückenloser Krankschreibung

Wer durch Krankheit arbeitsunfähig wird, bekommt Krankengeld - vorausgesetzt, man hält die Formalien bei der Krankschreibung streng ein.

Die «Gelben» sollten vollständig sein

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Die «Gelben» sollten vollständig sein: Sind Krankschreibungen lückenhaft, erlischt der Anspruch auf Krankengeld.

Krankschreibungen müssen bei längeren Erkrankungen lückenlos sein. «Andernfalls geht der Anspruch auf Krankengeld verloren», erklärt Zeljka Pintaric von der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) in Landshut. Dafür reiche schon eine Unterbrechung von einem Tag. «In diesem Fall gibt es bis auf wenige Ausnahmen kein Krankengeld.»

Folgekrankschreibung muss rechtzeitig kommen

Patienten sollten immer bedenken: «Die Folgekrankschreibung vom Arzt muss bereits ausgestellt worden sein, bevor die alte abläuft», sagt Pintaric. Denn grundsätzlich gelte eine Krankschreibung immer erst einen Tag nach der Ausstellung. Wer also beispielsweise bis Mittwoch krankgeschrieben ist, muss spätestens an diesem Tag die neue Krankschreibung abholen. «Denn diese gilt dann erst ab Donnerstag.»

Auch die Wochenenden zählen mit

Ein weiteres Beispiel: Die Krankschreibung ist bis zum Freitag ausgestellt, der Patient geht aber erst am Montag zum Arzt. «Das ist zu spät», sagt Pintaric. «Denn auch das Wochenende zählt bei der Berechnung mit.» In diesem Fall hätte der Patient also spätestens am Freitag seine Krankschreibung verlängern lassen müssen.

Wann der Krankengeldanspruch noch ruht

Auch in anderen Fällen ruht der Anspruch auf Krankengeld. Elternzeit und andere Ersatzleistungen wie Versorgungskrankengeld, Übergangsgeld, Unterhaltsgeld oder Kurzarbeitergeld sind Beispiele für Ausschlusskriterien. Auch wer die Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse nicht oder zu spät meldet, hat keinen Anspruch. Die Meldung muss durch den Versicherten erfolgen. Er hat dafür eine Woche Zeit.

Krankengeld kommt von der Krankenkasse

Das Krankengeld zählt zu den Entgeltersatzleistungen. Es wird von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen. Rechtliche Grundlage ist das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB V). Ausgezahlt wird es vor allem dann, wenn der Versicherte länger als sechs Wochen lang arbeitsunfähig ist oder sich in stationärer Behandlung - dazu gehört auch eine Reha - befindet. Vor dem Krankengeld gibt es in der Regel die sogenannte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Ab wann Anspruch auf Krankengeld besteht

Bei Arbeitnehmern entsteht der grundsätzliche Anspruch auf Krankengeld mit dem Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Bei Beziehern von Arbeitslosengeld ist der Tag entscheidend, an dem sie arbeitsunfähig geworden sind. Bei einer stationären Reha oder einem Krankenhausaufenthalt entsteht der Anspruch am Tag der Aufnahme. Selbstständige können aber der siebten Woche ihrer Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld beanspruchen.

Höhe des Krankengeldes

Wer Krankengeld bezieht, bekommt in der Regel 70 Prozent des Gehalts. Der Bemessungszeitraum liegt bei vier Wochen. Schwankt das Einkommen stark, bilden die vergangenen drei Monate die Grundlage für die Berechnung. Das Krankengeld ist beitragspflichtig. Das bedeutet, dass auch hier Beiträge zur Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung abgezogen werden.

Dauer: So lange zahlt die Kasse

Die Krankenkasse zahlt das Krankengeld für maximal 78 Wochen - wenn es sich um ein und dieselbe Erkrankung als Ursache der Arbeitsunfähigkeit handelt. Für Versicherte gilt hier eine Blockfrist von drei Jahren: Nach diesem Zeitraum besteht unter bestimmten Voraussetzungen wegen derselben Krankheit ein erneuter Anspruch auf Krankengeld. Kommt eine weitere Krankheit hinzu, verlängert sich die Leistungsdauer nicht. Bei einer ganz anderen, neuen Erkrankung gibt es auch einen neuen Anspruch auf Krankengeld.

Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: Dienstag, 7. Mai 2019 10:46 Uhr

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