Beleidigung des Chefs rechtfertigt keine Kündigung

Beleidigung des Chefs rechtfertigt keine Kündigung

Auch wenn ein Arbeitnehmer seinen Chef grob beleidigt, darf er nicht ohne weiteres gekündigt werden.

Empörter Senior

© Rainer Sturm/ pixelio

Auch grobe Beleidigungen rechtfertigen keine sofortige Kündigung.

Das geht aus einem 13. Dezember 2011 bekanntgewordenen Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz hervor. Nach Meinung des Gerichts ist auch bei grober Beleidigung eines Vorgesetzten eine vorherige Abmahnung sinnvoll, wenn zu erwarten sei, dass sie ihre Wirkung auf den Mitarbeiter nicht verfehle und sich daher der Vorfall auch nicht wiederholen werde.

Gericht stuft Kündigung als unverhältnismäßig ein

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers statt. Der Kläger hatte nach einer Krankmeldung eine «Diskussion» mit einem Vorgesetzten, in deren Verlauf er ihn als «Wichser» bezeichnete. Ihm flatterte daraufhin die fristlose Kündigung ins Haus. Das LAG winkte jedoch ab.
Zwar sei das Verhalten des Klägers eine grobe Ehrverletzung des Vorgesetzten, der Rauswurf aber dennoch unverhältnismäßig. Der Arbeitgeber hätte nicht auf eine vorherige Abmahnung verzichten dürfen. Die Richter stellten allerdings auch klar, dass ein solches Verhalten des Mitarbeiters nicht sanktionslos bleiben müsse. Nur dürfe der Rauswurf nicht die erste und einzige «Antwort» des Arbeitgebers sein.

Aktenzeichen: 2 Sa 232/11
 
  • Kündigung© dpa
    Kündigung korrekt? 12 Urteile

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 13. Dezember 2011 18:34 Uhr