Trinkgeld dürfen Kellner behalten

Trinkgeld dürfen Kellner behalten

Das Trinkgeld, das ein Kellner in einem gastronomischen Betrieb bekommt, steht nur ihm allein zu. Arbeitgeber dürfen nicht verlangen, es abzugeben oder aufzuteilen.

Kellner

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Kellner dürfen ihr Trinkgeld behalten.

Der Chef eines Gastronomiebetriebs darf nicht bestimmen, dass Trinkgelder in einer Gemeinschaftskasse gesammelt werden. Ebenso wenig kann er die Aufteilung des Trinkgeldes unter dem Personal dadurch erzwingen, dass er dem Mitarbeiter verbietet, selbst bei den Gästen zu kassieren. Auf eine entsprechende Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz in Mainz weist die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin.

Trinkgelder gehören zum Arbeitsentgelt

Der Mitarbeiter eines gastronomischen Betriebs erhielt rund 500 Euro Trinkgeld monatlich. Der Arbeitgeber wollte eine Aufteilung des Trinkgeldes unter dem gesamten Personal erreichen. Dafür sollte jeder Mitarbeiter seine Trinkgelder in eine Gemeinschaftskasse einzahlen. Als der Mann sich weigerte, durfte er nicht mehr bei den Gästen kassieren. Dagegen setzte er sich erfolgreich zur Wehr.
Das Gericht entschied, dass der Arbeitgeber eine solche Weisung nicht geben dürfe. Da die Empfänger Trinkgelder steuerfrei behalten dürften, stellten sie einen erheblichen Anteil des Einkommens dar. Trinkgelder gehörten arbeitsrechtlich nicht zum Arbeitsentgelt, weil die Gäste sie freiwillig als persönliche Zuwendung aus einer positiven Motivationslage heraus erbrächten. Eine Dienstleistung solle besonders honoriert werden. Daraus folge, dass diese Zuwendungen dem Kläger unmittelbar zustünden.

Aktenzeichen: 10 Sa 483/10
 
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. November 2011 15:48 Uhr