Umzug: Auszubildende haben Anspruch auf Beihilfe

Umzug: Auszubildende haben Anspruch auf Beihilfe

Muss man wegen einer Lehrstelle umziehen, kann das teuer werden. Zuschüsse gibt es von der Agentur für Arbeit.

Umzug in Eigenregie

© dpa

Geld sichern: Azubis können bei Umzug einen Zuschuss bei der Arbeitsagentur beantragen.

Wer in seiner Region keine Lehrstelle findet, sollte auch über einen Umzug nachdenken. Das muss nicht am Geld scheitern. In solchen Fällen können Jugendliche eine Berufsausbildungsbeihilfe - kurz: BAB - beziehen.

Voraussetzung dafür sei, dass sie während ihrer Lehre nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsort zu weit entfernt ist, erläutert Frauke Wille von der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg.

Umzug kann sich lohnen

Wenige Wochen vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres sind immer noch viele Bewerber auf der Suche nach einer Lehrstelle. Nach jüngsten Zahlen der BA hatten Ende Juli 152.600 Bewerber noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.

Zugleich waren aber 108.500 Plätze unbesetzt. Vor allem in Ostdeutschland haben Bewerber nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags derzeit gute Chancen, noch unterzukommen. Ein Umzug kann sich daher für Bewerber aus anderen Regionen lohnen.

Schulische Ausbildungen werden nicht gefördert

Wie hoch die Beihilfe für sie ausfällt, ist unterschiedlich. Sie hängt zum Beispiel von den Mietkosten ab. Außerdem werden die Ausbildungsvergütung und das Einkommen der Eltern angerechnet. «Dabei werden aber Freibeträge berücksichtigt», erklärt Wille. Infrage kommt die Förderung für alle, die ihre erste Ausbildung absolvieren.

Schulische Ausbildungen - etwa zur Hebamme oder zum Krankenpfleger - werden aber nicht gefördert. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind und wie hoch die Beihilfe voraussichtlich ausfallen wird, lässt sich im Internet unter «babrechner.arbeitsagentur.de» ausrechnen.

Beihilfe gilt für die Dauer der Ausbildung

Eine Sonderregel gilt für erwachsene Azubis, die verheiratet sind oder ein Kind haben. Sie können die BAB auch erhalten, wenn sie in erreichbarer Nähe zu ihrem Elternhaus leben, ergänzt Wille. Beantragt wird die Beihilfe bei der Agentur für Arbeit am jeweiligen Wohnort.

Darum kümmern sich Lehrlinge besser rechtzeitig: Denn gezahlt wird erst ab dem Monat der Antragstellung. Wer sie also erst nach Beginn der Lehre beantragt, verschenkt womöglich Geld. Ist die Beihilfe einmal genehmigt, erhalten Lehrlinge sie für die gesamte Dauer ihrer Ausbildung.

Umzugskostenbeihilfe extra beantragen

In der BAB ist keine Umzugskostenbeihilfe enthalten. «Auszubildende können eine solche Hilfe extra beantragen», erklärt Wille. Sie müssten dann aber nachweisen, dass der Umzug für die Ausbildung notwendig ist.

Ob das bewilligt wird, liege im Ermessen des Vermittlers der jeweiligen Arbeitsagentur. Angehende Azubis sollten es daher unbedingt vor dem Umzug abklären, ob die Agentur ihnen finanziell unter die Arme greift - damit sie am Ende nicht auf den Kosten sitzenbleiben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 7. März 2016 15:24 Uhr