Raucherpausen begründen keine Kündigung

Raucherpausen begründen keine Kündigung

Qualmer können aufatmen. Denn selbst ausgiebige Raucherpausen geben dem Chef laut Gericht keinen Anlass zur Entlassung.

Raucherpause

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Auch wenn ein Mitarbeiter lange Raucherpausen einlegt - eine Kündigung kann dennoch unverhältnismäßig sein, urteilte das Gericht.

Ausgiebige Raucherpausen rechtfertigen nicht ohne Weiteres die Kündigung eines Mitarbeiters. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz (Urteil vom 21.1.2010 ­ 10 Sa 562/09).

Kläger dehnte Pausen auf zwei Stunden aus

Zwar verletze der Arbeitnehmer dadurch seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Gleichwohl könne eine Kündigung unverhältnismäßig sein und es stattdessen genügen, wenn die Pausenzeiten nicht mehr bezahlt würden.

Arbeitgeber hat Raucherpausen erlaubt

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers statt. Der Arbeitgeber hatte mit seinen Mitarbeitern vereinbart, dass sie in Absprache mit Vorgesetzten kurze Raucherpausen einlegen durften, ohne das Zeiterfassungsgerät bedienen zu müssen. Da der Kläger aber mehrmals pro Tag insgesamt fast zwei Stunden für Raucherpausen die Arbeit unterbrach und auch Abmahnungen keine Wirkung zeigten, kündigte ihm der Arbeitgeber fristlos. Das LAG sah diese Reaktion als überzogen an.

Gericht nimmt den Kläger in Schutz

Das Verhalten des Klägers rechtfertige keine ordentliche und erst Recht keine fristlose Kündigung. Vielmehr genüge es, wenn der Arbeitgeber anordne, dass der Kläger künftig für die Raucherpausen das Zeiterfassungsgerät bedienen müsse. Denn immerhin sei der Kläger schon über 50 Jahre alt und gehöre dem Betrieb seit vielen Jahren an. Daher würde er es schwer haben, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 17. Juli 2018 10:14 Uhr

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