Wasserrohrbruch: Was tun bei geplatzter Leitung?

Wasserrohrbruch: Was tun bei geplatzter Leitung?

Ein Wasserrohrbruch erfordert schnelles Handeln. Neben Wasserschäden drohen weitere Gefahren.

Wasser abpumpen

© dpa

Das Wasser muss raus: Abpumpen ist der erste Schritt bei einem Wasserrohrbruch oder einer Überschwemmung im Keller.

Bei einem Wasserrohrbruch in der Wohnung oder im Haus wird der Schaden Tropfen um Tropfen größer. Im Verborgenen hinter einer Wand platzen Wasserleitungen, oder ein Rohr wird an einer winzigen Stellen beschädigt - bis die Bewohner etwas bemerken, steht das Wasser schon im Haus und hat womöglich viel Schaden angerichtet. Wer im Notfall schnell und sachgemäß reagiert, kann den Schaden aber begrenzen.

Erster Schritt: Schaden einschätzen und Wasser abpumpen

Der Schaden muss schnell eingeschätzt werden. Bei einem Wasserrohrbruch im Keller ist die Feuerwehr gefragt. «Wenn das Wasser 30 oder 40 Zentimeter hoch steht, hat es oft Steckdosen oder elektrische Leitungen erreicht», erläutert Hartmut Ziebs vom Deutschen Feuerwehrverband. «Wer da einfach rein marschiert, riskiert einen elektrischen Schlag.» Auch beim schnellen Abpumpen großer Wassermassen hilft die Feuerwehr. Kleineren Wassermengen wird man mit Pumpe, Nass-Trocken-Sauger oder Lappen und Eimer Herr.

Bei kleinen Lecks: Wasserleitung sperren und Installateur rufen

Weniger dramatisch ist die Lage, wenn es sich um eine kleine Leckage handelt. «Wenn man einen Wasserrohrbruch entdeckt, sollte man am besten den betroffenen Leitungsabschnitt absperren, bis der Handwerker kommt», sagt Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. «Den sollte man allerdings auch sofort rufen.» Besondere Eile ist geboten, wenn Wasser aus der Decke kommt oder eine Wand durchnässt ist. «Das sind Zeichen, dass bereits große Wassermassen im Gebäude sind.»

Weitere Gefahren bei einem Wasserrohrbruch

Um einen Kurzschluss und Stromschlag zu vermeiden, werden alle Elektrogeräte abgesichert und der Strom abgestellt. Gefahrengüter wie Chemikalien oder Öl müssen schnellstmöglich raus aus dem Raum, bewegliche Güter werden gesichert.

Bei Wasserrohrbruch Versicherung kontaktieren

GDV-Sprecherin Jarosch rät, schnell die Versicherung zu kontaktieren. «Dabei geht es nicht nur darum, den Schaden zu melden. Der Versicherer kann auch bei der Dokumentation und bei der Schadensregulierung hilfreiche Tipps geben.» Sicher gut ist, direkt den Schaden mit Bildern zu dokumentieren.

Schäden nach einem Wasserrohrbruch

Nach der ersten Reparatur wird aufgeräumt - aber auch das nur in Absprache mit der Versicherung. Sie kann darauf bestehen, den Schaden erst zu begutachten. Damit so viel Luft wie möglich an alle durchfeuchteten Oberflächen gelangt, wird der betroffene Bereich möglichst leer geräumt. «Holzständerkonstruktionen beispielsweise sollten freigelegt werden, damit sie vollständig trocknen können», erläutert Corinna Kodim vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Aber: Stark durchfeuchtete oder mehrschichtige Bauteile werden durch Lüften - auch mit einem Kondensationstrockner - kaum vollständig trocknen. Hier muss eine auf Gebäudetrocknung spezialisierte Firma beauftragt werden.

Wasserrohrbruch vorbeugen

Heute seien Alterserscheinungen von Kupfer, Edelstahl oder Kunststoff nur noch selten die Ursache von Rohrbrüchen, erklärt Wagnitz. Doch bei der Verlegung können Fehler passieren, eine vergessene oder fehlerhaft ausgeführte Löt- oder Pressnaht kann bersten. Es empfehlt sich deshalb, beim Neubau oder Leitungsaustausch das ganze System einer Druckprobe zu unterziehen. Beim Kauf eines Altbaus sollte geklärt werden, ob es an ungedämmt verlegten Rohren Korrosionsschäden gibt. Und: Hausbesitzer müssen einen Wintercheck machen. Denn gefriert Wasser im Rohr, kann es platzen.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 1. März 2019

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