Fliesen richtig durchbohren: Tipps & Tricks

Fliesen richtig durchbohren: Tipps & Tricks

Fliesen durchbohren ist schwierig, denn sie springen leicht. Wie man Badezimmerfliesen, Steinfliesen und Natursteine richtig durchbohrt.

  • Auch Ungeübte können Fliesen durchbohren© dpa
    Das hält: Viele Hobbyhandwerker bohren Fliesen nur ungern. Mit dem richtigen Werkzeug und Knowhow gelingt das Anbringen solcher Halterungen auch Ungeübten.
  • Die gewünschte Position zuerst markieren© dpa
    Die gewünschte Position des Lochs auf der Fliese wird zunächst mit einem Hammer und einer Reißnadel angeknackt - so rutscht die Maschine nicht ab.
  • Fliesen mittig anbohren© dpa
    Muss eine Halterung im Bad angebracht werden, sollten Fliesen möglichst mittig angebohrt werden, um Sprünge zu vermeiden.
  • Alternative zum Bohren© dpa
    Alternative zum Bohren: Halterungen, die keine zu große Last tragen müssen, können auch angeklebt werden.
Handtuchhalter, Seifenspender oder die WC-Papierrolle werden zumeist an der Badezimmerwand befestigt - doch da hängen schon die schönen Fliesen. Ein Fehler beim Bohren, schon zerspringen sie. Mit etwas Fachwissen können Heimwerker jedoch die Accessoires sauber anbringen, ohne die Fliesen zu zerstören.

Wand erst mit Leitungssuchgerät prüfen

Fast immer wird Badzubehör mit einer soliden Dübelverbindung an einer Halteplatte an der Wand montiert. «Dabei ist das Risiko, eine Wasser- oder Stromleitung zu treffen, groß», sagt Michael Pommer, Trainer bei der Heimwerkerschule DIY-Academy in Köln. Daher sollte die Stelle zunächst mit einem Leitungssuchgerät überprüft werden.

Loch in der Fliese mit Reißzwecke anknacken

Bei glatten Glasuren bietet es sich an, die gewünschte Position des Lochs auf der Fliese mit einem Hammer und einer Reißzwecke anzuknacken, empfiehlt die Stiftung Warentest in Berlin. In dieser kleinen Vertiefung könne die Bohrerspitze nicht mehr abrutschen.

Malerkrepp verhindert Abrutschen des Bohrers

Malerkrepp erleichtert das Bohren eines Lochs in eine Fliese. Das rauhe Klebeband verhindert das Abrutschen des Bohrers auf der glasierten Oberfläche, was die ganze Fliese ruinieren würde. Ab besten verwendet man zwei Lagen.

Fliesen nicht mit Schlag durchbohren

Bis die Fliese und der Putz durchgebohrt sind, sollte ohne Schlag gearbeitet werde - der Schlag ist eine vibrierende Bewegung, um besonders feste Materialien zu durchbrechen. Diese Funktion dürfe auch dann nur eingeschaltet werden, wenn die Wand unter der Fliese aus Beton oder Vollstein besteht. Bei Lochziegeln, Porenbeton und Bims könne Schlagbohren die Steinstruktur zerschlagen, so die Stiftung Warentest. Und es entstehe ein zu großes Bohrloch, in dem Dübel keinen Halt finden.

Steinfliesen mit Diamantbohrkrone durchbohren

«Eine Besonderheit gilt es bei Dübellöchern in Feinsteinzeugfliesen oder Natursteinfliesen zu beachten: Das harte Material lässt sich nur mit Diamantbohrkronen bohren», erklärt Heimwerkertrainer Pommer. Und diese Diamantbohrkrone müsse währenddessen mit Wasser gekühlt werden, da sie sich ansonsten sehr rasch abnutze.

Mieter dürfen Fliesen durchbohren

Das Anbohren der Fliesen ist auch in Mietwohnungen grundsätzlich erlaubt: «Mieter dürfen übliche Gegenstände wie Spiegel, Hängeschränke, Toilettenpapier- und Handtuchhalter im Bad befestigen», sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Von Gerichten seien ungefähr 20 bis 30 Löcher toleriert worden. Der Mieter verletze allerdings seine Obhutspflicht und sei zu Schadensersatz verpflichtet, wenn er Kacheln über das erforderliche und übliche Maß hinaus anbohre.

Besser: Loch in Fugen bohren

«Wo die Fugen der Fliesen breiter sind als die notwendigen Dübel, sollte zwischen den Platten gebohrt werden», raten die Experten der Stiftung Warentest. Der Vorteil: Diese Löcher können leichter und fast unsichtbar wieder mit Fugenmasse verschlossen werden. Die Fugen sind oft aber nur zwei bis drei Millimeter breit - zu klein, um einen Dübel zu setzen, ohne die Fliesenränder zu beschädigen. Lässt es sich nicht vermeiden, eine Fliese in der Fläche anzubohren, sollte der Randbereich gemieden und der Punkt möglichst nahe der Mitte gewählt werden.

Richtige Dübel für Fliesen benutzen

Für den leichten Halter für das Toilettenpapier reiche ein Universaldübel, erläutern die Fachleute an der DIY-Academy. Für Handtuchhalter seien Langschaftdübel besser, deren langer Schaft sich im Porenbeton verspreize. Auch leichte Hängeschränke können so sicher befestigt werden.

Porenbetonanker für schwere Dinge

Ein Handwaschbecken, ein Hängeschrank oder ein Handgriff werde mit einem sogenannten Porenbetonanker angebracht. Dieser Anker hat ein Gewinde, das sich in den Beton schneidet. Für große Waschtische oder ein WC sei aufgrund der höheren Lasten ein Injektionssystem sinnvoll. Hier wird in das Bohrloch zusätzlich ein Mörtel gegeben, der eine Ankerstange mit dem Untergrund verklebt.

Kleben reicht manchmal auch

Es gibt aber auch eine Alternative zum Fliesen durchbohren: Manche Hersteller haben WC-Rollenhalter, Zahnputzbecher oder Handtuchhalter zum Kleben an die Wand im Programm. Ein Klebestreifen lässt sich laut Pommer auch noch nach Jahren mit einem Cuttermesser oder durch das Abdrehen der Halterung mit der Zange wieder entfernen - ohne Rückstände.

Fotostrecken:

Renovieren: Tipps für Heimwerker

  • Renovieren
    Renovieren
  • Malern & Streichen
    Malern & Streichen
  • Wände tapezieren
    Wände tapezieren

Tapezieren für Anfänger

  • Tapezieren
    Tapezieren
  • Tapetenbedarf ermitteln
    Tapetenbedarf ermitteln
  • Tapetenart auswählen
    Tapetenart auswählen

Einbauküchen überarbeiten: 7 Tipps

  • Küchenmöbel renovieren
    Küchenmöbel renovieren
  • Tipp 1: Schranktüren und Sockelleisten überstreichen
    Tipp 1: Schranktüren und Sockelleisten überstreichen
  • Tipp 2: Griffe an Schränken und Schubläden austauschen
    Tipp 2: Griffe an Schränken und Schubläden austauschen

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 1. August 2017