Bodenfliesen selbst verlegen: Tipps für Heimwerker

Bodenfliesen selbst verlegen: Tipps für Heimwerker

Bodenfliesen selbst verlegen ist nicht einfach - selbst erfahrene Heimwerker müssen dabei einiges beachten.

  • Bodenfliesen selbst verlegen© dpa
    Bodenfliesen werden mit einem speziellen Kleber auf dem Boden befestigt - je nach Fliesenstärke ist die Kleberschicht fünf bis zehn Millimeter dick.
  • Fliesenkleber© dpa
    Welcher Kleber für die Fliesen gewählt werden, hängt vom Estrich in dem Raum ab.
  • In der Mitte beginnen© dpa
    Mit dem Verlegen der Fliesen beginnt man am besten in der Mitte der Wand oder des Bodens.
  • Fliesen richtig verlegen© dpa
    Gerade kleinere Fliesenflächen in Bad oder Küche sind etwas, woran sich Bauherren gerne wagen.
  • Symmetrie beachten© dpa
    Beim Fliesen sollten Heimwerker auf Symmetrie und einen harmonischen Gesamteindruck achten.
Bodenfliesen verlegen ist eine aufwändige und schwierige Angelegenheit. Die Kosten für den Fliesenleger will mancher Bauherr oder Renovierer sparen und legt selber Hand an. «Allerdings ist dies nur auf den ersten Blick einfach», warnt Michael Pommer, Trainer an der DIY-Academy in Köln. Denn ohne notwendiges Wissen über Untergrund, Bau-Chemie und Fliesenart drohen gravierende Spätfolgen: Die Fliesen können sich lösen, springen oder zerreißen.

Fliesen brauchen ebenen Untergrund

«Ganz wichtig für das Fliesenverlegen ist ein ebener Untergrund», sagt Jens-Uwe Fellhauer vom Industrieverband Keramische Fliesen + Platten in Berlin. Je größer die Formate der Fliesen seien, umso ebener müsse der Untergrund sein. Bei kleineren Formaten könne man schon mal Unebenheiten ausgleichen.
Bodenfliesen werden auf gegossenem Estrich oder Trockenestrich verlegt. «Aber auch auf einem alten Holzboden lässt sich ein geeigneter Untergrund beispielsweise mit einer Spanplatte herstellen», erläutert Pommer.

Auf Trittschalldämmung achten

Diese Platte sollte, um Schallbrücken und damit laute Geräusche beim Gehen auf dem Boden zu vermeiden, schwimmend auf den alten Holzdielenboden verlegt werden. Es darf also keine feste Verschraubung geben. Lediglich lose Dielen des alten Untergrunds werden noch mit dem darunter liegenden Fundament verschraubt.
Eine Trittschall-Belästigung droht aber auch beim Verlegen auf schwimmendem Estrich. «Wenn keine Fuge am Rand des Estrichs erhalten bleibt, entsteht eine feste Verbindung zur Wand», erklärt Pommer. Die Schalldämmung des schwimmenden Estrichs werde dadurch unwirksam.

Ausgleichsmasse statt Dickbettverfahren

Das früher übliche Dickbettverfahren, mit dem Ungleichheiten im Untergrund ausgeglichen wurden, überfordert nach Ansicht von Pommer die meisten Heimwerker. Stattdessen sollte der ungleichmäßige Boden lieber mit einer selbstverlaufenden Ausgleichsmasse belegt werden, rät die Stiftung Warentest in Berlin. Den alten Estrich müsse man zuvor gründlich von Kleber-Resten reinigen.
«Bei neu gegossenen Estrichen sollte man vor dem Verlegen in jedem Fall die Restfeuchte prüfen», rät Eva Reinhold-Postina vom Verband der Privaten Bauherren in Berlin. Werde der Estrich noch während des Austrocknens belegt, drohen Schäden am Estrich und Belag. Sinnvoll sei es daher, sich vom Hersteller des Estrichs genau nennen zu lassen, wann der Boden reif zum Belegen sei. Das könne durchaus erst nach mehreren Wochen der Fall sein, erläutert die Expertin.

Immer in der Mitte beginnen

Grundsätzlich beginnt man mit dem Verlegen in der Mitte des Bodens oder der Wand. Zusätzlich wird mittig eine Linie von oben nach unten gezogen. Dazu markiert eine waagerechte Linie den Beginn der ersten Fliesenreihe. «Man arbeitet von der Mitte aus zuerst auf einer Seite von oben nach unten, dann ist die andere Seite dran», erklärt Raschke-Kremer, Trainer an der DIY Academy in Köln.
Sein Tipp: Auf Symmetrie und einen harmonischen Gesamteindruck achten. «Wichtig ist, dass an den Ecken und Rändern keine kleinen Fliesenschnitte eingesetzt werden, das wirkt unruhig.» Am Rande sollten Stücke von mindestens halber Fliesenbreite liegen.

Welcher Kleber ist der richtige?

Leider steht auf der Verpackung der Fliesen nicht, welcher Kleber sich für sie eignet. «Das richtet sich nach der Beschaffenheit des Untergrunds, dem Material und dem Einsatzbereich der Fliese», fasst Raschke-Kremer zusammen. «Je dichter der Feinstein, desto höher muss der Kunststoffanteil im Kleber sein.»
Das wäre dann ein Flexkleber, der sich auch für Beläge eignet, die thermischen Schwankungen etwa am Boden unter Panoramafenstern mit starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Sonst reißt der Kleber irgendwann, und die Fliesen werden locker. «Bei sehr großen Temperaturunterschieden müssen sogar Entkopplungsbahnen zwischen Untergrund und Fliese eingebracht werden», erklärt Raschke-Kremer.

Fliesenkleber mit Zahnspachtel verteilen

Auf einen optimal vorbereiteten Untergrund wird dann je nach Fliesenstärke eine fünf bis zehn Millimeter dicke Kleberschicht gegeben. «Diese Kleberschicht wird zuerst mit einer Kelle auf den Boden aufgetragen und dann mit einem Zahnspachtel verteilt», erläutert Pommer.
Fliesenkreuze als Abstandhalter zwischen den Fliesen könnten als Anhaltspunkt dienen. Die gelegten Fliesen auf dem Boden müssen dann entsprechend der angegebenen Abbindezeit des Klebers antrocknen. Erst dann kann der Heimwerker verfugen.

Fugen einschlämmen mit dem Gummiwischer

Das Einschlämmen der Fugen gelingt laut Pommer am besten mit einem Gummiwischer. Sobald der Fugenmörtel anzubinden beginnt, können die Mörtelspuren mit klarem Wasser und einem Schwamm weggewischt werden. Ein Entschleiern des Bodens von Kalkresten sei den Angaben zufolge bei den heutigen Materialien nicht mehr üblich - ordentliches Abwaschen reiche hier. Die Ränder verschließt man zum Abschluss mit Silikon.
«Im Bad ist ein Abdichtungssystem im Spritzwasserbereich notwendig. Das bietet an bestimmten Flächen, an der Wanne oder in der Dusche zusätzlichen Schutz gegen Feuchtigkeit», erklärt Schumacher-Ritz. Beim Fliesen bodentiefer Duschen muss auch der Boden extra gegen Feuchtigkeit isoliert werden. In Nasszellen brauchen die inneren Ränder zwischen Wand und Boden ein Dichtungsband. Und die Übergänge der Rohre für Kalt- und Warmwasser erhalten Manschetten.

Kurs im Fliesenlegen besuchen

Das Verlegen von Fliesen hat es in sich. Grundsätzlich empfiehlt Pommer daher ungeübten Anfängern, einen Heimwerker-Kurs im Baumarkt zu belegen. «In einem solchen fünf- bis sechsstündigen Kurs wird die notwendige Theorie vermittelt und auch der praktische Umgang mit Fliesenkleber, Fugenmörtel, Zahnspachtel, Gummiwischer, Schwamm und Fliesenschneider geübt», sagt der Experte.
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Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: 1. März 2018

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