Klebereste von Etiketten und Aufklebern entfernen

Klebereste von Etiketten und Aufklebern entfernen

Wie gut sich Etiketten entfernen lassen, hängt auch vom Klebstoff ab. Welcher verwendet wurde, sagt einem zwar keiner. Los wird man die Aufkleber mit diesen Tipps trotzdem.

Etikett mit Strichcode

© dpa

Solche Aufkleber nerven. Mit der richtigen Methode lassen sich aber auch die hartnäckigsten Kleber lösen.

Aufkleber und Etiketten haften heute auf fast allen Produkten - und manche sogar für immer. Denn wenn sie nicht durch einfaches Abziehen oder Knibbeln mit den Fingernägeln abgehen, geben viele Verbraucher auf. Was übrigbleibt, sind hässliche Klebereste, etwa auf Geschirr, Gläsern, Haushaltswaren aller Art und sogar Möbeln.
Dass es die lästigen Klebereste gibt, liegt an den verwendeten Klebstoffen und an der Oberfläche. Beide zusammen bestimmen den Grad der Haftung. Ist die Oberfläche glatt oder strukturiert? Ist sie eben oder gekrümmt? Wird sie besonders warm oder kalt? Ist sie UV-Strahlung ausgesetzt? Wie lange soll der Klebstoff darauf halten?

Hausmittel und andere Methoden

Von all diesen Faktoren hängt ab, welcher Kleber für die Etikette verwendet wird - und wie gut man ihn wieder loswird. Unterschieden wird generell zwischen Klebstoffen auf Basis von Acryl, Elastomeren, Kautschuk, Polyurethanen und Silikonen. Bei Etiketten und Aufklebern kommen vor allem Acrylkleber und Kautschukkleber zum Einsatz.
Da Verbraucher in der Regel nicht wissen, welcher Klebstoff für den Aufkleber verwendet wurde, hilft im Zweifel nur, mehrere Mittel und Hausmittel nacheinander auf den Kleberesten anzuwenden. Bei empfindlichen Oberflächen sollte eine besonders schonende Methode gewählt werden, robuste Produkte vertragen auch ordentlich Muskelkraft und aggressive Chemie.

Erst Wärme und Wasser, dann Chemie

Grundsätzlich gilt: Klebstoffe können mechanisch sowie durch Wasser, Wärme, Öl, Alkohol und Chemikalien gelöst werden. Zunächst sollte man es immer mit Wärme versuchen, dann aufs Wasser umsteigen, und schließlich auf Fett und Alkohol. Wenn nichts davon hilft, bleibt nach dem Griff zu den Hausmitteln der Griff in den Chemiebaukasten.

Klebereste entfernen: 10 Tipps

1. Etiketten einfach abschaben

Von sehr glatten und sehr unempfindlichen Oberflächen lassen sich Etiketten meist gut abschaben. Das beste Werkzeug dafür haben die meisten zu Hause: einen Ceranfeldschaber. Bei dieser einfachen, mechanischen Methode wird der Schaber im 45-Grad-Winkel am Etikettenrand angesetzt und der Aufkleber vorsichtig von der Oberfläche abgekratzt.

2. Aufkleber mit Klebeband entfernen

Einen Streifen Tesafilm auf den Kleberückstand kleben, festdrücken und mit einem Ruck abreißen. Im besten Fall haften Etikette oder Kleberückstand daran und werden mit abgerissen. Das klappt am ehesten auf glatten Kunststoffoberflächen. Wer mutig ist, nimmt Duct Tape. Das haftet deutlich besser, macht im Zweifel aber auch mehr kaputt.

3. Aufkleber mit dem Föhn lösen

Heiße Luft gegen lästige Etiketten? Das funktioniert, wenn der Hersteller Schmelzkleber verwendet hat. Alles, was man dafür braucht, ist ein handelsüblicher Föhn. Mit dem Haartrockner aus etwa 20 Zentimetern Entfernung so lange heiß über den Aufkleber blasen, bis er sich löst. Gegebenenfalls einen Schaber dafür zu Hilfe nehmen. Steingut und Metall vertragen natürlich deutlich mehr Hitze als Papier oder andere empfindliche Materialien.

4. Klebereste mit Wasser und Spüli entfernen

Wasser mit einem Schuss Geschirrspülmittel löst Etiketten, die mit wasserlöslichem Kleber befestigt sind. Beklebte Gegenstände etwa eine Stunde einweichen lassen und dann aufgeweichtes Etikett mit der Hand und die Klebereste mit einem Schwamm oder Tuch entfernen. Heißes Wasser ist besser als kaltes, denn die Wärme schwächt unter Umständen ebenfalls die Klebkraft. Gut zu wissen: Einige Klebstoffe lösen sich erst bei einer Temperatur von 60 Grad.

5. Geschirrspüler als Helfer nutzen

Teller, Tassen, Marmeladengläser und Co. lassen sich manchmal in der Spülmaschine von Etiketten befreien. Das Prinzip ist das gleiche wie im Spülbecken. Allerdings spart man sich die Schrubberei und erreicht höhere Temperaturen. Nach dem Spülgang sollten die Etikettenreste unbedingt aus dem Geschirrspüler und den Sieben entfernt werden. Sonst können Abflüsse verstopfen und Keime oder Schimmel gedeihen.

6. Etiketten mit Speiseöl einreiben

Auch Fett kann Klebstoffe lösen. Hierfür Aufkleber oder Klebereste beispielsweise mit etwas Olivenöl einreiben bis sie weich werden. Zusammen mit Backpulver ergibt sich ein leichter Schmirgeleffekt. Das Rezept: Einen Esslöffel Öl mit einem halben Teelöffel Backpulver vermischen. Emulsion auf ein Tuch geben und wiederholt über die Klebereste reiben. Butter und Margarine helfen ebenfalls gegen fettlösliche Klebstoffe. Die größte Gefahr: dauerhafte Fettflecken.

7. Orangenreiniger wirkt dank Terpenen

Orangenreiniger enthält natürliche Terpene, die Klebereste lösen können. Und so geht's: Gummihandschuhe zum Schutz der Haut anziehen, Orangenreinigerkonzentrat mit etwas Wasser vermischen, auf Etikett oder Klebenreste sprühen, einwirken lassen und entfernen. Bei hartnäckigen Kleberesten den Reiniger pur auftragen.

8. Mit Waschbenzin oder Spiritus gegen Kleber

Wer Aufkleber mit Waschbenzin, Spiritus oder auch Terpentin entfernt, sollte vorsichtig sein. Empfindliche Oberflächen können durch die Anwendung verätzen, die Farbe ändern oder matt werden. Am besten ist es, die Wirksamkeit und die Folgen der Anwendung an einer unauffälligen Stelle zu testen und erst dann an die Etikette zu gehen. Und so geht man vor: Eine kleine Menge der Flüssigkeit auf ein Tuch geben und Aufkleber bzw. Klebereste abreiben. Bei Bedarf wiederholen.

9. Nagellackentferner löst Kleber auf

Nagellackentferner hat die gleichen Effekte wie Waschbenzin und Spiritus - und die gleichen Risiken. Das Aceton im Nagellackentferner kann die Oberfläche angreifen und das Material ermatten lassen.

10. Klebstoffentferner löst hartnäckige Klebereste

Im Handel sind Etikettenlöser verschiedener Hersteller erhältlich. Sie enthalten spezielle Lösungsmittel und kommen in der Regel erst dann zum Einsatz, wenn die anderen Methoden wirkungslos geblieben sind.
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Quelle: BerlinOnline

| Aktualisierung: 2. August 2018