Selfstorage: Kosten, Regeln, Risiken

Selfstorage: Kosten, Regeln, Risiken

Die Lagerräume von Selfstorage-Anbietern sind vor allem in Ballungsräumen gefragt. Das Einlagern der Sachen ist nicht ganz billig. Wer klug stapelt, kann aber Kosten sparen.

  • Selfstorage© dpa
    Tür an Tür reihen sich Lagerräume in den Lagerhäusern der Selfstorage-Unternehmen.
  • Enge Flure, viel Lagerplatz© dpa
    An Platz wird hier nur in den Fluren gespart: Lagerhäuser großer Selfstorage-Unternehmen sind gut durchgeplant.
  • Gut gesichert© dpa
    Die Lagerräume sind gesichert, teils sogar mit Zutrittskontrollsystemen und Videokameras. Christian Friedberg verschliesst sein Abteil beim Storageplace-Anbieter MyPlace.
  • Stapeln nach Maß© dpa
    Der Lagerraum muss nicht groß sein, es kommt auf gutes Stapeln an. Christian Friedberg räumt in einer Berliner Filiale des Storageplace-Anbieters MyPlace sein Abteil ein.
  • Für Möbel, Sportgeräte und vieles mehr© dpa
    Manche Mieter eines Lagerraums von Selfstorage-Unternehmen müssen ihren Hausstand vorübergehend unterbringen, andere lagern Sportgeräte wie Skier oder Segel ein.
  • 300 Kubikmeter Stauraum© dpa
    Je nach Platzbedraf können die Lagerräume - wie hier bei MyPlace in Berlin - zwischen einem und 300 Kubikmeter Stauraum umfassen.
  • Bis zur Decke gefüllt© dpa
    Die Lagerräume können sehr klein sein, dafür lässt sich hier gut bis zur Decke stapeln.
Selfstorage-Lager sind selten hübsch. Ein langer Gang, eine Tür reiht sich an die nächste: Die Szenerie erinnert an einen Gefängniskorridor. Doch hinter den Türen sitzen keine Verbrecher ein. Stattdessen lagern dort Möbel, Sportgeräte und vieles mehr - im Prinzip alles, wofür in den eigenen vier Wänden kein Platz ist.

Selfstorage-Anbieter profitieren von Platznot

Einige Firmen haben aus der Raumnot ein Geschäft gemacht. Sie bauen Häuser mit vielen Türen und Lagerräumen – oft sind es mehr als Tausend – und vermieten diese. Das englische Schlagwort, das man in diesem Zusammenhang oft hört, ist Selfstorage.

Nachfrage in Ballungsräumen am größten

Die meisten Selfstorage-Anbieter tummeln sich in Ballungsräumen, wo Wohnraum knapp und teuer ist. «Dort ist die Nachfrage am größten», berichtet Catherine Adler vom Unternehmen Pickens, das in Hamburg und Berlin jeweils drei große Lagerhäuser betreibt. Selfstorage ist eine prosperierende Branche. 95 Einlagerungshäuser gab es 2015 laut dem Verband deutscher Selfstorage Unternehmen in Deutschland. Das waren elf mehr als im Jahr zuvor und mehr als doppelt so viele wie 2009. Weniger werden es wohl nicht mehr: Der Anbieter MyPlace mit 25 Standorten zum Beispiel hat laut Geschäftsführer Martin Gerhardus mehrere neue Lagerhäuser in Planung.

Lagerräume von einem bis über 100 Quadratmeter

Große Firmen bieten für jeden Platzbedarf die entsprechenden Lagerräume. Die kleinsten Lager bei Pickens und MyPlace sind einen Kubikmeter groß und damit eher Boxen statt Räume. Die größten umfassen über 100 Quadratmeter. Da die Decken in den Räumen circa drei Meter hoch sind, beträgt der Stauraum über 300 Kubikmeter.

Selfstorage: Platzbedarf wird oft überschätzt

So viel Lagerraum brauchen aber die wenigsten. Und oftmals wird sogar noch weniger benötigt, als man glaubt. Viele Leute, die zum ersten Mal ein Lager mieten, überschätzen nämlich ihren Lagerbedarf. «Sie verschätzen sich mit ihrem Volumen», präzisiert Christian Lohmann vom Verband deutscher Selfstorage Unternehmen.

Gut stapeln und Geld sparen

Das heißt: Wer klug stapelt, spart Platz – und letztlich auch bares Geld für die Miete. Lohmann vergleicht das mit dem Computerspiel Tetris. Adler rät: zuerst nachdenken, dann verstauen. «Vorm Einräumen sollte man in Ruhe überlegen, wohin welche Sachen kommen. Das lohnt sich.»

Lagergut für Selfstorage muss trocken und mottenfrei sein

Die Mitarbeiter in den Lagerhäusern kennen aber auch alle Stapeltricks und können bei der Wahl der richtigen Raumgröße beraten. Zwei Tipps hat Adler aber: Die Kartons sollten eine gute Qualität haben. Denn wenn sie unter Last einknicken, kann man sie nicht sehr hoch stapeln. Und das Lagergut muss trocken und mottenfrei sein. «Für alle Fälle kommt Mottenpapier mit in die Kartons.»

Kosten für Selfstorage: Verhältnismäßig teuer

Die Quadratmeterpreise variieren je nach Anbieter, Stadt und Größe. Lohmann schätzt, dass ein Quadratmeter bundesweit über alle Größen im Schnitt rund 20 Euro pro Monat kostet. Aber es gilt die Faustregel: Je mehr Fläche man mietet, desto geringer wird der Preis pro Quadratmeter. Dennoch sind die Lager kein Schnäppchen. «Sie sind vergleichsweise teuer», findet Werner Hinzpeter von der Stiftung Warentest sogar.

Vorteile von Selfstorage

Doch sie bieten auch Vorteile. So sind sie dank Aufzügen und breiten Gängen gut zugänglich, flexibel mietbar und haben in der Regel großzügige Öffnungszeiten, die oft zwischen 6.00 und 22.00 Uhr liegen. Die Räume sind trocken und witterungsgeschützt, die Häuser haben oft Zutrittskontrollsysteme und sind teils mit Videokameras überwacht.

Hausrat, Sportgeräte und Wein einlagern

Manche Mieter müssen ihren Hausstand vorübergehend unterbringen, andere lagern Sportgeräte wie Skier oder Segel ein. Für letztere hat Pickens in Hamburg etwa extra lange Lagerräume. Es gibt noch mehr Spezialangebote: Bei einigen Anbietern lässt sich die Weinsammlung dunkel und konstant temperiert lagern. Auch für Autos gibt es schon Angebote, wie auch für Kunstwerke. Das sind jedoch Nischen, sagt Lohmann. Hauptsächlich werden die Lager für Hausrat benötigt.

Mindestmietdauer und Kündigungsfrist beachten

Selfstorage ist durchaus etwas für Kurzentschlossene. Im Prinzip könne man die Lager spontan mieten, indem man einfach mit seinen Sachen vorbeifährt, erklären die Firmenvertreter. Adler rät aber, vorher anzurufen und sich über die Lagergröße beraten zu lassen. Die Anbieter geben in der Regel eine Mindestmietdauer vor. Bei Pickens beträgt sie zum Beispiel einen Monat, bei MyPlace zwei Wochen. Beide Unternehmen haben dazu eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Das ist laut Lohmann die Regel. Wer länger mietet und sich für eine bestimmte Zeit bindet, kann bei manchen Anbietern dafür Rabatte bekommen.

Versicherungsschutz für Lagerware

Die Unternehmen haften üblicherweise nicht, wenn eingelagerte Sachen durch Brände Schaden nehmen oder geklaut werden. «Sie schließen das in den Geschäftsbedingungen aus», sagt Werner Hinzpeter von der Stiftung Warentest. Er rät, bei ausgelagertem Hausstand die Hausratversicherung zu informieren. Die Policen sichern diesen meist nur drei Monate ab. Für längere Zeit muss man ihn vielleicht zusätzlich absichern. Alternativ bieten die Firmen einen Versicherungsschutz an. Der bemisst sich am geschätzten Wert aller eingelagerten Sachen und wird oft in 1000-Euro-Schritten kalkuliert. Christian Lohmann vom Verband deutscher Selfstorage Unternehmen schätzt, dass eine Versicherung der Unternehmen zwischen 0,75 und 1,50 Euro pro 1000 Euro Sachwert im Monat kostet.

Selfstorage in Berlin

Mehr Selfstorage im BerlinFinder.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 7. Juli 2016

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