Ratten: Giftköder richtig auslegen und kontrollieren

Ratten: Giftköder richtig auslegen und kontrollieren

Ratten im Haus kann man mit chemischen Giftködern bekämpfen. Deren Einsatz muss aber gut geplant sein.

  • Ratten© dpa
    Da kommt sie schon angelaufen...
  • Giftköder für Ratten© dpa
    Hinweisschilder müssen vor den Giftködern warnen und das Mittel nennen.
Gerade im Herbst und Winter kann es zum Rattenbefall im Haus kommen, denn dann zieht es die sonst im Freien lebenden Wanderratten in Gebäude. Um Ratten und Mäuse im Haus zu bekämpfen, setzen viele auf Giftköder. Um die Nager wirklich loszuwerden und dabei die eigene Gesundheit nicht zu gefährden, sollte man ein Dinge beachten.

Welche Ratten-Giftköder dürfen verwendet werden?

Um gegen Ratten und Mäuse vorzugehen dürfen nur zugelassene Giftköder verwendet werden, sogenannte Rodentizide. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass einige dieser Rodentizide nur von Fachleuten verwendet werden dürfen. Nur bestimmte Arten dürfen von Verbrauchern selbst in Innenräumen oder unmittelbar um Gebäude ausgelegt werden.

Wo werden die Giftköder aufgestellt?

Zuerst muss man geeignete Köderstellen ausfindig machen: Die Köder werden am besten an einem tatsächlichen Aufenthaltsort oder auf einem Laufweg der Nager platziert. Wichtig ist dabei, dass die Giftköder für andere Tiere und auch Menschen unerreichbar sind- dafür bieten sich spezielle Köderboxen aus dem Handel an.

Woran merke ich, ob der Köder funktioniert hat?

Um diese Stellen zu finden, legen Betroffene zunächst giftfreie Köder aus und kontrollieren diese regelmäßig. Wurden die Köder angenommen, kommen anschließend die Giftköder zum Einsatz. Ob alle Ratten und Mäuse tatsächlich erwischt wurden, testen Betroffene zum Beispiel, indem sie noch einmal giftfreie Köder auslegen.

Ratten können durch Toiletten kommen

Was sich zunächst vielleicht unwahrscheinlich anhört, kann in Altbauwohnungen öfter vorkommen: Ratten klettern die Rohre hinauf und gelangen durch die Toilettenschüssel in die wohnung. In älteren Wohnhäusern sind oftmals keine sogenannten Rattenklappen installiert, die die Nager am Eindringen hindern würden. Vor allem Essensreste locken die Wildtiere an. Um ihnen das Futter zu entziehen, sollten also keine Lebensmittel in der Toilette entsorgt werden.

Rattenklappe in Toilette einbauen

Mieter einer Altbauwohnung ohne Rattenklappe, können sie nachrüsten. Rattenklappen gibt es im Fachhandel oder Internet ab 30 Euro zu kaufen. Die Klappe hat einen integrierten Fallstopp und öffnet sich nur durch den Druck der Spülung. Sie kann auch ohne Fachmann installiert werden, aber um die Rattenklappe am Abfluss anzubauen, muss die Toilette abmontiert werden.

Ratten nicht durch Lebensmittel anlocken

Ratten können sich durch Kunststoffbehälter knabbern. Daher sollten Lebensmittel im Haus in geschlossenen Behältern aus Glas oder Metall lagern. Lebensmittel stehen auch am besten weder im Haus noch im Garten offen herum, da diese die Nager anlocken. Fallobst sollte schnell eingesammelt und der Kompost in einem geschlossenen Behälter angesetzt werden. Wer bereits ein Problem mit Nagern im Garten hat, sollte den Kompost entsprechend umsetzen. Besonders mögen die Tiere gekochte Lebensmittel. Diese sollten daher nicht im Kompost entsorgt werden - selbst in einem geschlossenen Behälter nicht.

Rattenarten weltweit

Es gibt weltweit über 65 Rattenarten. In Deutschland kommen zwei vor, die Wander- und die Hausratte. Letztere zähle zu den vom Aussterben bedrohten Wildtieren. Als Haustier gehalten werden die zahmen Farbratten.

Fotostrecken:

  • Schädlinge im Haushalt© dpa
    Motten, Schaben & Co im Haushalt bekämpfen

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 4. April 2017