Gehören alle Essensreste in die Biotonne?

Gehören alle Essensreste in die Biotonne?

Schalen von Früchten, benutzte Kaffeefilter, verdorbener Joghurt: Essensreste fallen im Haushalt öfter an. Aber dürfen sie alle in die Biotonne?

Lebensmittelreste gehören in die Biotonne

© dpa

So ist es richtig: Fachleute empfehlen, verschimmeltes Brot aus der Verpackung zu nehmen und in der Biotonne zu entsorgen.

Nahrungsmittelreste lassen sich nicht immer vermeiden. Für Verbraucher stellt sich die Frage: Dürfen alle Essensreste in die Biotonne oder müssen mache Produkte in den Restmüll? Denn nicht bei allen Küchenabfällen erschließt sich sofort, wie sie umweltgerecht entsorgt werden.

Welche Lebensmittelreste in die Bio-Tonne gehören

Grundsätzlich können alle Essensreste in der dafür vorgesehenen Biotonne entsorgt werden. Welche Abfälle genau in die Biotonne dürfen, steht in den Abfallsatzungen der Kommunen. Zu diesen Abfällen zählen beispielsweise Schalen von Obst und Gemüse, Teereste und Teebeutel, Kaffeesatz mit Filter, gekochte Lebensmittel, Eier und Eierschalen, Brot- und Backwarenreste, Nussschalen und alle anderen Lebensmittel ohne Verpackung. Auch die festen, manchmal chemisch behandelten Schalen von Zitrusfrüchten dürfen in den Bio-Abfall. Milchprodukte wie die Reste von Joghurt und Quark dürfen in die Biotonne, Milch selbst aber nicht. Bei Käse ist auf natürliche Rinde zu achten.

Auch Fisch, Fleisch und Knochen gehören in den Biomüll

Anders als manche vermuten könnten, ist für Fleisch, Wurst und Fischreste allgemein keine Entsorgung in den Restmüll vorgeschrieben. «Tierische Abfälle und Knochen dürfen in die Biotonne, es sei denn, die zuständige Kommune legt etwas anderes fest», sagt Friedrich. Jeder Bürger sollte sich beim örtlichen Entsorgungsträger darüber informieren, ob es Ausnahmen gibt. Dies könne zum Beispiel der Fall sein, wenn zu starke Gerüche vermieden werden sollen. Gerade Fisch und Fleisch ziehen Fliegen und Ungeziefer an. Das Umweltbundesamt gibt hier den Tipp, tierische Abfälle in Zeitungspapier einzuwickeln. «Normales Zeitungspapier darf verwendet werden und ist abbaubar», erklärt Friedrich. Bunt bedruckte Werbeprospekte sollte man nicht nehmen.

Verpackungen gehören nicht in die Bio-Tonne

Sind ungeöffnete Lebensmittel verdorben, müssen sie nicht komplett mit der Verpackung in den Restmüll wandern. «Auch in so einem Fall kann das verschimmelte Brot aus der Verpackung genommen und in die Biotonne entsorgt werden», sagt Sabine Thümler von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR). Personen mit einem schwachen Immunsystem sollten dabei aber vorsichtig sein. «Wer Angst hat, zum Beispiel Schimmelsporen einzuatmen, kann selbstverständlich die ungeöffnete Packung mit Inhalt in den Restmüll geben.»

Was darf sonst noch in die Bio-Tonne?

Küchenkrepp, Papierhandtücher und Taschentücher, auch Servietten sind erlaubt sowie Sammeltüten für Bioabfall aus Papier und aus gekennzeichneten biologisch abbaubaren Kunststoffen. Grundsätzlich sollten Papier und Pappe aber nicht in diese Tonne kommen. Haare und Federn sind abbaubare Produkte und dürfen auch in die braune Tonne. Das gilt auch für Holzwolle und Sägespäne von unbehandeltem Holz sowie Kleintierstreu, wenn es aus biologisch abbaubarem Material ist. Häufchen müssen Tierhalter extra entsorgen. Alle Grünabfälle von Beeten, Bäumen und Büschen sowie Blumenerde, Heu und Stroh, Laub, Reisig und Rasenschnitt wandern natürlich auch in die Biotonne. Blumentöpfe und Bindedrähte müssen vorher entfernt werden.

Was passiert mit dem Müll?

Biologisch abbaubare Abfälle getrennt zu sammeln, ist sinnvoll, da sie zum Beispiel in einer Biogasanlage energetisch weiterverwertet werden können. «Eine vernünftige sortenreine Abfallverwertung klappt nur mit vorheriger Trennung», sagt Thümler. In den Anlagen zersetzen Mikroorganismen die Biomasse und bilden das brennbare Gas Methan. Das Biogas kann für die Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Anschließend verteilen Landwirte den aus dem Bioabfall erzeugten Kompost und Rückstände aus Biogasanlagen als natürlichen Dünger auf ihren Feldern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 27. Mai 2019

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