Einbruchgefahr: Wie man Wertgegenstände sicher verwahrt

Einbruchgefahr: Wie man Wertgegenstände sicher verwahrt

Wo sind Geld und Wertsachen zu Hause vor Einbrechern sicher? Welche Tricks Einbrecher längst kennen und woran sie scheitern.

Schmuckkästchen

© Irina Fischer - Fotolia.com

Schmuck, Gold oder die wertvolle Münzsammlung sind begehrtes Diebesgut. Wer seine Schätze schützen möchte, gibt sie am besten in ein Bankschließfach.

Um Wertsachen vor Einbrechern zu verbergen, denken sich manche in den eigenen vier Wänden die vermeintlich besten Verstecke aus. Bargeld, Schmuck, teure Briefmarkensammlungen wandern in Schubladen, lagern unter dem Wäschestapel oder in Schrankecken. «Für Einbrecher ist das aber kein Problem», sagt Helmut Rieche von der Initiative für aktiven Einbruchschutz «Nicht bei mir!» in Berlin. Denn Langfinger haben als Wiederholungstäter viel Erfahrung, wo Menschen ihre Wertsachen gern verstecken.

Welche Verstecke Einbrecher kennen

«Den Zweitschlüssel in der Garage, im Blumentopf oder auf dem Türstock findet jeder», warnt Rieche. Auch Bargeld im Kissenbezug, unter der Matratze sowie im Wäscheschrank werde mit Sicherheit gefunden. Geldkassetten und Schatullen machen es dem Einbrecher zudem leicht, denn seine Beute kann er mit einem Griff einstecken.

Ein beliebtes, aber keineswegs ein gutes Versteck sind laut Rieche Safes, die wie normale Haushaltsdosen, Werkzeuge oder Batterien aussehen und innen hohl sind. Diese Attrappen gaukelten Sicherheit nur vor, sagt der Einbruchsexperte. Denn auch Langfinger hätten die Möglichkeit, sich über das Internet mit den verschiedenen Ideen vertraut zu machen.

Tabu: Spülkasten, Attrappen, Tiefkühlfach

Das gleiche gilt für Tricks aus Filmen: So seien etwa Preziosen im Tiefkühlfach oder umhüllt von einem Plastikbeutel schwimmend im Spülkasten so oft im Fernsehen und Kino gezeigt worden, dass solche Verstecke nicht mehr originell seien, erläutert Werner Tiki Küstenmacher, Autor der Selbsthilfebücher und -newsletter von «Simplify your life». Auch Hohlräume hinter Bildern und Wandverkleidungen fänden Diebe instinktiv. Und Geräte werden von Gelegenheitseinbrechern fast immer mitgenommen. Deshalb sollte kein Schmuck im Computerkasten oder in DVD-Hüllen versteckt werden.

Sichere Alternative: das Bankschließfach

«Wertgegenstände wie Geld und Schmuck zu verstecken, ist fahrlässig», sagt auch Othmar Schaeffer von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Hamburg. Am besten werden Gold und Schmuck, Sammlungen, Verträge und Urkunden in einem Bankschließfach aufgehoben. Fächer können schon ab 75 Euro jährlich gemietet werden.

Tresor oder Safe

Wer größere Summen Bargeld, Münzen, Gold oder andere Wertsachen unbedingt im Haus aufbewahren will, sollte diese in einem richtigen Tresor oder Safe unterbringen. Solche Behältnisse schützten die Gegenstände auch bei einem Brand. «Die Qualität von Wertbehältnissen ist jedoch nicht ohne weiteres erkennbar», erläutert Schaeffer. Unabhängige Prüfungen und eine Zertifizierung der Wertbehältnisse, beispielsweise durch die VdS Schadenverhütung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, seien daher unverzichtbar.

Vor- und Nachteile von eigenen Safes

Damit ein Schrank nicht als Ganzes gestohlen wird, sollte er in der Wand oder im Fußboden verankert werden. Die Behältnisse sollten zudem ein Mindestgewicht von 200 Kilo haben. Kleinere Tresore würden sonst aus Wänden oder Schränken gehebelt und mitgenommen. «Safes haben aber auch einen Nachteil», sagt Rieche. Diebe glauben, hier müsse etwas zu holen sein. Und daher suchen sie nach dem Schlüssel oder der Zahlenkombination, wodurch die Wohnung schlimm verwüstet werden könne.

Hausrat zahlt bei Einbruch

«Schäden durch Einbruchdiebstahl in Privatwohnungen oder -häusern deckt die Hausratversicherung ab», sagt Katrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. Dabei sei es unerheblich, ob die Wertsachen leicht zugänglich aufbewahrt worden seien. Allerdings gebe es für in der Wohnung offen herumliegende Wertsachen Entschädigungsgrenzen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 14. März 2019

Spezial: Wohnungseinbruch & Sicherheit