Lebensmittelmotten wirksam und nachhaltig bekämpfen

Lebensmittelmotten wirksam und nachhaltig bekämpfen

Igitt! Fliegen kleine Lebensmittelmotten in der Speisekammer umher, ist der Ekel groß. Besser: Cool bleiben und die Motten mit ihren natürlichen Feinden bekämpfen.

  • Lebensmittelmotte© dpa
    Lebensmittelmotten loszuwerden ist nicht einfach. Mit dem Föhn kann man in Schränken und Ritzen abgelegte Eier und Larven abtöten.
  • Müsli© dpa
    Lebensmittelmotten fühlen sich in Müsli besonders wohl.
Zur Beruhigung vorweg: Ein Befall mit Lebensmittelmotten ist kein Zeichen für eine schlampige Haushaltsführung oder fehlende Hygiene. Meist werden die Motten über Lebensmittel eingeschleppt, etwa durch den Einkauf von befallenem Müsli, Tütensuppen oder Mehl. Denn in Getreideprodukten, aber auch in Lebensmitteln wie Trockenobst, Hülsenfrüchten, Tee und Schokolade fühlen sich die Mottenlarven wohl. Nüsse und Gewürze werden ebenfalls oft befallen.

Wo sich die Lebensmittelmotten verstecken

Besonders gefährdet sind Vorräte und Verpackungen, die schon lange im Schrank stehen und sehr selten geöffnet werden. Die Schädlinge nur im Essen zu suchen, ist jedoch müßig. Lebensmittelmotten verstecken sich nämlich auch in Spalten, Ritzen, in Bohrlöchern, hinter Schubladen und Schränken. Diese Verstecke müssen bei einem Befall mit den auch Küchenmotten oder Speisemotten genannten Insekten besonders gründlich kontrolliert und gereinigt werden.

Lebensmittelmotten systematisch bekämpfen

  • alle Nahrungsmittel nach Gespinsten, Larven, Motteneiern, Motten und Kot absuchen
  • Verpackungen auf Löcher kontrollieren
  • befallene Lebensmittel gut verpackt entsorgen
  • Schränke ausräumen, aussaugen und auswaschen
  • Motteneier und Larven in Ritzen mit dem Föhn erhitzen, so sterben sie ab
  • Lebensmittel nach dem Einkauf in luftdicht verschließbare Behälter umfüllen
Wer den Stausauger zur Bekämpfung der Falter einsetzt, sollte den Staubsaugerbeutel danach in eine dichte Plastiktüte stecken, gut verschließen und außerhalb des Hauses entsorgen, damit sich die Tiere nicht erneut in der Küche verbreiten. Beim Umfüllen der Lebensmittel in luftdichte Behälter ist auf das richtige Material zu achten. Denn die Larven der Lebensmittelmotte können sich durch dünnen Kunststoff fressen. Edelstahl, Glas, Keramik und harter Kunststoff sind hier die beste Wahl.

Falter mit Schlupfwespen bekämpfen

Zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten eignen sich auch Schlupfwespen. Deren Einsatz in Haus oder Wohnung kostet manchen allerdings sicher etwas Überwindung. Die Larven dieser natürlichen Feinde der Lebensmittelmotten sind nur 0,4 Millimeter groß und werden mit Karten in die Schränke gelegt. Die Wespen legen ihre Eier in die Motteneier, die daraufhin absterben.

Behandlung muss wiederholt werden

Auf diese Weise wird die Brut der Lebensmittelmotten zerstört, da sie gar nicht erst schlüpfen kann. Im Anschluss sterben auch die Schlupfwespen. Diese Methode der Mottenbekämpfung muss aber meist wiederholt werden, dauert mehrere Wochen und ist nicht ganz billig. Schlupfwespen kaufen kann man im Fachgeschäft oder über das Internet.

Pheromonfalle auslegen

Um zu prüfen, ob ein Befall endgültig beseitigt ist, eignen sich sogenannte Pheromonfallen. Die Fallen locken die männlichen Motten mit einem Sexuallockstoff an. Befindet sich keine Motte mehr in der aufgestellten Falle, ist das Problem in der Regel gelöst. Zur Bekämpfung der Mottenplage sind Pheromonfallen leider nicht geeignet. Helfen die gängigen Maßnahmen, Mittel und Hausmittel gegen Lebensmittelmotten nicht, bleibt nur der Kammerjäger.

Lebensmittelmotten erkennen

Lebensmittelmotten sind zwischen zehn und zwanzig Millimeter groß und - je nach Art – silbrig-grau (Mehlmotte), braun-weiß (Dörrobstmotte) oder braun-gelb (Mehlzünsler). Sind die Flügel angelegt, sind die Motten oft nur als Strich zu erkennen. Fliegen sieht man sie nur selten: Viel lieber laufen oder springen sie. Lebensmittelmotten legen mit einem Mal 300 bis 400 Eier in Lebensmittelverpackungen, Ecken und Schrankritzen ab, die mit bloßen Auge kaum zu sehen sind - und erst recht nicht im Mehl.

Lebensmittelmotten vorbeugen

  • nur unversehrte und ungeöffnete Verpackungen kaufen
  • Lebensmittel schnell verzehren
  • Lebensmittel kühl und trocken lagern
  • Küchenschränke sauber halten
  • Ritzen und Spalten versiegeln

Gesundheitsschädlich oder harmlos?

Mottenkost und -gespinste verderben Lebensmittel. Verunreinigte Lebensmittel gehören daher in den Müll. Krankheiten übertragen Lebensmittelmotten zwar nicht, Allergiker können aber empfindlich auf die Gespinste reagieren. Milben oder Pilze, die manche Motten an sich tragen, können ebenfalls allergische Reaktionen, aber auch Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.

Fotostrecken:

  • Schädlinge im Haushalt© dpa
    Motten, Schaben & Co im Haushalt bekämpfen
  • Lebensmittel© dpa
    Lebensmittel richtig lagern
  • Putzschwamm© michael lorenzo/ www.sxc.hu
    Putzen: Blitzblank ohne Chemiekeule

Quelle: BerlinOnline/dpa

| Aktualisierung: 20. August 2019