Motten im Kleiderschrank vorbeugen und bekämpfen

Motten im Kleiderschrank vorbeugen und bekämpfen

Wie man Kleidermotten am schnellsten wieder loswird und verhindert, dass sie sich überhaupt erst einnisten.

Ungeziefer im Kleiderschrank

© dpa

Aufhänger mit dem Duft von Lavendel, Walnussblättern oder Zedernholz beugt dem Mottenbefall im Kleiderschrank vor.

Es flattert aus dem Kleiderschrank heraus? In der Kleidung sind plötzlich kleine, unregelmäßige Löcher zu sehen? Oder merkwürdige Gespinste aus feinen, weißen, klebrigen Fäden finden sich auf Textilien? Dann kann es die Kleidermotte sein, die sich eingenistet hat. Wie man sie am besten wieder los wird und verhindert, dass sie sich überhaupt erst ansiedelt.

Kleidung nur gewaschen einlagern

Fett, Schweiß, Hautschuppen und Haare auf getragenen Kleidern ziehen die kleinen Nachtfalter und ihre Larven geradezu magisch an. Winter- oder Sommerbekleidung sollten daher vor dem Einlagern bis zur nächsten Saison immer gewaschen oder gereinigt werden. Damit die Motten an die Kleidung gar nicht erst herankommen, ist es sinnvoll, die Kleidungsstücke in Papier- oder Plastiktüten bzw. Kleiderbeutel einzupacken und kühl zu lagern.

Kleidermotten fliegen auf Wolle

Kleidermotten ernähren sich von Keratin. Das Protein ist in Wolle, Kaschmir, Pelzen und Fellen enthalten, aber eben auch in menschlichen Haaren und Hautschuppen. Ein gefundenes Fressen sind außerdem Fasern aus Seide sowie Federn. Die Raupen der Motten fressen leider auch Mischgewebe und rein synthetische Gewebe - und das obwohl sie den Kunststoff nicht verdauen können. Kleidung aus Kunstfasern kann also ebenfalls Schaden nehmen. Baumwolle und Leinen bleiben meist verschont.

Motten mit ätherischen Ölen fernhalten

Natürliche Abwehrmittel gegen Kleidermotten sind ätherische Öle von Lavendel und Zedern. Zedern- oder Zirbelkieferholzstücke verströmen einen Duft, den Motten nicht mögen. Auch kleine Säckchen mit Lavendelblüten helfen bei der Bekämpfung. Um den Duft wieder aufzufrischen, werden die Holzstückchen ab und an mit Sandpapier neu angeraut. Lavendelsäckchen werden durchgeknetet und bei Bedarf durch neue ersetzt. Lüften hilft zumindest indirekt: Die Motte mag es gerne feucht und muffig.

Schränke gründlich reinigen

Haben die Motten dennoch zugeschlagen, müssen die Textilien gründlich gewaschen werden, und zwar bei mindestens 60 Grad. Nur bei solch hohen Temperaturen sterben die Eier ab. Für Sachen, die nicht heiß gewaschen werden dürfen, wie Wolle, gilt: ausschütteln und eine Woche in den Eisschrank legen. Auch der Kleiderschrank muss gereinigt werden, ab besten mit Essigwasser. Mit dem Staubsauger vorher auch aus den Ecken und Ritzen mögliche Motteneier heraussaugen und die Staubsaugertüte danach sofort im Hausmüll entsorgen.

Motten mit Pheromonfallen fangen

Der Lockstoff in Pheromonfallen zieht nur die männlichen Tiere an. Sie bleiben in der Falle kleben und verenden. Da nie alle gefangen werden, werden die weiblichen Motten trotzdem begattet und pflanzen sich fort. Außerdem kann der eingesetzte Sexuallockstoff zusätzliche Motten von draußen in die Wohnung locken.

Schlupfwespen sind natürliche Feinde

Über den Onlineversand gibt es Kärtchen mit den Eiern der Schlupfwespe zu kaufen. Sie werden einfach in den befallenen Schrank gehängt. Die Wespen schlüpfen und legen ihre eingenen Eier in die Motteneier hinein. Die Larven der Schlupfwespen fressen die Motteneier und verhindern so eine neue Schädlingsgeneration. Die ausgewachsenen Schlupfwespen richten keine Schäden in Haus oder Wohnung an und verschwinden wieder.

Chemische Mittel bei Mottenbefall

Der Griff zur chemischen Keule ist auch eine Option. Die tendenziell gesundheits- und umweltschädlichen Mittel sollten nur eingesetzt werden, wenn Hausmittel und ökologische Produkte nicht zum Erfolg führen. Mottenpapier, Mottenkugeln und Mottensprays enthalten Insektizide, die den Faltern den Garaus machen. Enthaltene Stoffe wie Pyrethrum, Naphthalin und Paradichlorbenzol können unter anderem Kopfschmerzen, Hautreizungen bzw. Übelkeit und Erbrechen auslösen. Haustiere und Kinder sollten von ihnen ferngehalten werden.

Wann den Kammerjäger rufen?

Der Kammerjäger wird erst gerufen, wenn die Mottenplage überhandnimmt, die gängigen Präparate aus dem Handel wirkungslos bleiben oder der Befall wiederkehrend ist. Die Profis packen befallene Kleidung oder sogar ganze Möbel in Kunststoffzelte und begasen sie. Wer darüber nachdenkt, einen Kammerjäger für die Schädlingsbekämpfung zu beauftragen, sollte vorher mehrere Angebote anfordern. Die Preise unterscheiden sich zum Teil erheblich.

Wie die Insekten in die Wohnung kommen

Ganz einfach: von draußen. Die Motte ist ganzjährig aktiv und findet auch in der freien Wildbahn genügend Nahrung - zum Beispiel in Vogelnestern. Leider passt sie auch durch die kleinsten Ritzen. Ein geschlossenes Fenster ist also nicht per se ein Hindernis. Eingeschleppt werden die Schädlinge außerdem häufig über Second-Hand-Kleidung vom Flohmarkt, alte Teppiche oder Decken. Sind sie erst einmal im Haus, befallen sie schließlich Kleiderschränke, Polstermöbel und Teppiche.

Fotostrecken:

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Quelle: BerlinOnline

| Aktualisierung: 3. April 2019

Schädlinge im Haushalt