Protest gegen hohe Mieten: Verkehrsbehinderungen

Protest gegen hohe Mieten: Verkehrsbehinderungen

Mehrere tausend Menschen wollen am Samstagnachmittag in Berlin gegen hohe Mieten demonstrieren. Eine weitere Demonstration will tanzend durch die Hauptstadt ziehen. Zudem gibt es einen Motorradkorso von Rockern. Mit zahlreichen Sperrungen und Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Autofahrer sollten die Innenstadt meiden, riet der Verkehrsinformationsdienst.

Die Mieten-Kundgebung beginnt auf dem Alexanderplatz (13.00) und zieht über die Straße Unter den Linden und am Brandenburger Tor vorbei. Der Abschluss ist für 15.00 Uhr auf der Straße des 17. Juni geplant. Der Polizei zufolge sind 20.000 Teilnehmer angemeldet. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 30.000. Sie appellieren an alle Demonstranten, eine Corona-Maske zu tragen und auf Abstand zu achten.
Zwei Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September fordert das «Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn» einen Kurswechsel in der Mieten- und Wohnungspolitik: Mietenstopp, keine Umwandlungen in Eigentum und keine Eigenbedarfskündigungen, keine Räumungen, Enteignungen großer Immobilienkonzerne, bundesweiter Mietendeckel.
«Die Mieten sind viel zu hoch, neue Wohnungen kaum zu finden. Die Wohnsituation vieler Mieter und Mieterinnen hat sich in den letzten 10 Jahren dramatisch verschlechtert. Der Run auf Betongold bedroht unser Zuhause», hieß es im Aufruf zu der Demonstration. Zu den Unterstützern zählen der Deutsche Mieterbund sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund.
Gleichzeitig mit der Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl stimmen die Berliner am 26. September in einem Volksentscheid über die Enteignung großer Immobilienunternehmen ab. Wenn es eine Mehrheit für das Vorhaben gibt, wird sich der künftige Senat der Hauptstadt damit beschäftigen müssen. In den vergangenen Jahren hatten mehrfach Tausende bis Zehntausende Menschen in Berlin gegen hohe Mieten demonstriert. An Pfingsten nahmen nach Angaben der Veranstalter 10.000 Menschen teil. Die Polizei zählte damals 2500 Demonstranten.
Berliner Wasserbetriebe (3)
© Berliner Wasserbetriebe

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Ebenfalls am Samstagnachmittag (15.00 Uhr) will eine «Tanzdemo» mit dem Titel «Wem gehört die Stadt? Gemeinsam gegen soziale Spaltung» von Friedrichshain über die Leipziger Straße und den Potsdamer Platz nach Tempelhof ziehen.
Ab dem späteren Nachmittag (17.00 Uhr) hat die Rockervereinigung Hells Angels eine Motorraddemonstration gegen das Verbot des öffentlichen Tragens ihrer Vereinsabzeichen durch weite Teile der Innenstadt angemeldet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 11. September 2021