IBB-Bericht: Corona könnte Zuzug nach Berlin antreiben

IBB-Bericht: Corona könnte Zuzug nach Berlin antreiben

Ähnlich wie nach der Finanzkrise könnte es infolge der Corona-Pandemie wieder mehr junge Menschen aus Europa nach Berlin ziehen.

Berlin

© dpa

Eine Häuserfassade mit Wohnungen in Berlin-Mitte, hinter den Dächern ist der Berliner Fernsehturm zu sehen.

In den besonders betroffenen Ländern seien die Arbeitsmärkte oft sehr unflexibel, so dass dort die Jugendarbeitslosigkeit wieder steigen könnte, heißt es im neuen Immobilienmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB). Das dürfte die Abwanderung junger Arbeitskräfte nach Deutschland befördern. «Davon wird vor allem Berlin profitieren, wo weiterhin gut ausgebildete Fachkräfte, zum Beispiel in der boomenden Digitalwirtschaft, gesucht werden.»
Zuletzt war der Zuzug nach Berlin zum Erliegen gekommen, nachdem die Stadt lange jährlich um mehrere Zehntausend Menschen gewachsen war. 2020 waren es nach Angaben des Amts für Statistik nur noch 467. Das liegt aus Sicht von Bausenator Sebastian Scheel (Linke) aber auch daran, dass die Ämter die Einwohnerregister um 25 000 Einträge bereinigten, die schon länger Fortgezogene betrafen. Tatsächlich halte das Wachstum an. «Wir haben weiterhin einen angespannten Wohnungsmarkt», sagte Scheel. Jedoch sanken die Angebotsmieten nach Daten der IBB im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren. Im Mittel verlangten Vermieter 10,14 Euro kalt je Quadratmeter. Bestandsobjekte sind wieder für unter zehn Euro verfügbar.
Während Scheel das auf den Mietendeckel zurückführte, teilte die IBB mit, dies lasse sich nicht abschließend bewerten. Bei Neubauten stiegen die Mieten weiter, im Mittel lagen sie bei 15,26 Euro. Auch die Kaufpreise stiegen unverändert weiter. Gebaut wird kräftig. Die IBB geht von jeweils rund 19 000 neuen Wohnungen 2020 und 2021 aus. Die Corona-Krise ist dem Bericht zufolge nur eine kurze Unterbrechung im wirtschaftlichen Aufholprozess der Hauptstadt. «Damit bliebe auch der Wohnungsmarkt weiter unter Druck», folgern die Autoren. Gleichzeitig stellen sie jedoch fest, dass weiter viele Berliner nach Brandenburg umziehen. Die Corona-Krise beschleunige diesen Trend. Weil zunehmend zu Hause gearbeitet werde, sei mehr Wohnfläche gefragt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 29. März 2021