«Liebig 34»: Bewohner herausgebracht, Hindernisse im Haus

«Liebig 34»: Bewohner herausgebracht, Hindernisse im Haus

Beim Eindringen in das besetzte Haus «Liebig 34» im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist die Polizei auf eine Vielzahl von Hindernissen gestoßen. Türen und Fenster mussten am Freitagmorgen mit Werkzeugen aufgebrochen werden, wie ein Polizeisprecher vor Ort sagte. Metall sei aufgeflext, ausgelegte Balken seien weggeräumt worden. Auch Mauerreste und Beton seien aufgetürmt worden. Zudem seien Feuerlöscher vorgefunden worden, die zumindest den Eindruck erweckt hätten, es handle sich um Brand- und Sprengvorrichtungen, so der Sprecher. Spezialisten der Polizei hätten sie aber schnell als ungefährlich eingestuft.

Polizisten stehen auf der Rigaer Straße

© dpa

Polizisten stehen auf der Rigaer Straße.

Bislang wurden 17 Bewohner herausgebracht. Laut Polizei werden sie überprüft, aber nicht festgenommen. Es sei noch unklar, ob Ermittlungen etwa wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet werden. Derzeit kontrolliere die Polizei Etage für Etage.
Die Räumung hatte kurz nach 07.00 Uhr unter dem Protest Hunderter begonnen. Einsatzkräfte verschafften sich mit Brecheisen und Kettensäge Zutritt zu dem verbarrikadierten Gebäude. Parallel dazu drangen Beamte auf einem Gerüst und mit Trennschleifern über ein Fenster im ersten Stock in das Innere vor.
Es kam zu teils heftigen Rangeleien zwischen Polizisten und schwarz vermummten Demonstranten. Es flogen Flaschen. Die Polizei sprach von etwa 1500 Protestierenden. Es herrsche eine sehr emotionalisierte Stimmung, vereinzelt seien Flaschen auf Beamte geworfen worden. Ein Sprecher sagte dennoch, der Protest verlaufe weitgehend störungsfrei.
Arbeiten am Laptop
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«Liebig 34» gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in der Hauptstadt. Laut Polizei sollten am Freitag rund 1500 Beamte aus acht Bundesländern im Einsatz sein. Auch auf Hausdächern waren Beamte postiert.
Die Polizei leistet nach eigenen Angaben Amtshilfe bei der gerichtlich angeordneten Übergabe des Hauses. Der Gerichtsvollzieher wollte das leere Haus dem Eigentümer übergeben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 9. Oktober 2020