Räumung von «Liebig 34»: «Bereitet euch auf Kampf vor»

Räumung von «Liebig 34»: «Bereitet euch auf Kampf vor»

Die linksradikale Szene hat heftigen Widerstand gegen die angekündigte Räumung des Hauses «Liebig 34» in Friedrichshain angekündigt.

Liebig 34

© dpa

Das besetzte Haus des Hausprojekts «Liebig 34» in der Liebigstraße ist zu sehen.

«Steht zusammen und bereitet euch auf den Kampf vor», hieß es am 17. September 2020 im Twitter-Kanal «Liebig 34 bleibt». Zuvor wurde angekündigt: «Jede Räumung hat ihren Preis» und «Lasst uns die Räumung zum Desaster machen». Im linksradikalen Internetportal Indymedia stand bereits am Mittwoch: «Wir sind wütend, aber entschlossen. Wir werden die Liebig 34 nicht ohne weiteres aufgeben.»
Am Dienstag hatte der Gerichtsvollzieher den Bewohnerinnen mitgeteilt, dass er am 9. Oktober um 7.00 Uhr zur Übernahme des Hauses erscheinen werde. Der Anwalt des Bewohner-Vereins, Moritz Heusinger, kündigte daraufhin an: «Wir werden uns gegen den Räumungstermin juristisch wehren.» Eine Räumung wäre rechtswidrig.
Ende August hatte das Landgericht die Herausgabe des Gebäudes und Grundstücks Liebigstraße 34/Ecke Rigaer Straße 97 angeordnet. Anwalt Heusinger sagte nun, gegen das Urteil sei Berufung beim Kammergericht eingelegt worden.
Das «anarcha-queer-feministische Hausprojekt Liebig 34» gilt zusammen mit dem nahe gelegenen Haus Rigaer Straße 94 als eines der letzten Symbole der linksradikalen Szene in der Stadt. 2018 endete in der «Liebig 34» nach zehn Jahren ein Gewerbemietvertrag, den der Verein mit dem Hausbesitzer abgeschlossen hatte. Dieser hatte den Bewohnerinnen gekündigt.
Immer wieder gab es Proteste für den Erhalt von «Liebig 34», bei denen es teilweise zu Gewalt kam und die Polizei einschritt. Im Februar 2011 war das Eckhaus direkt gegenüber, Liebigstraße 14, geräumt worden, obwohl es von innen massiv verbarrikadiert war. 2500 Polizisten waren bei dem stundenlangen Einsatz auf der Straße.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 17. September 2020