Mieten bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen niedriger

Mieten bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen niedriger

Die Mieten der landeseigenen Wohnungsunternehmen liegen nach wie vor deutlich unter Marktniveau. Mieter mussten dort 2019 im Schnitt 6,22 Euro pro Quadratmeter bezahlen, gut 6 Prozent weniger als die laut Mietspiegel vergleichbare Miete von 6,63 Euro. Das geht aus den Daten hervor, die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Mittwoch vorgestellt hat. Die Miete bei Neuverträgen betrug im Schnitt 7,43 Euro pro Quadratmeter, knapp 30 Prozent unter der marktüblichen Angebotsmiete von 10,45 Euro. Das dämpfe die Mietpreise auf dem ganzen Berliner Mietwohnungsmarkt, sagte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke).

Mietwohnungen in einem Hochhaus

© dpa

Blick auf die Fassade eines Wohnhauses.

Lompscher wies auch auf die Neuanstrengungen der sechs landeseigenen Unternehmen wie Gesobau, Degewo oder WBM hin. So sei die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen 2019 um 36 Prozent auf rund 4450 gestiegen. Insgesamt verfügten die Wohnungsbaugesellschaften in Berlin über rund 325 400 Wohnungen.
Jörg Franzen, Gesobau-Vorstandschef und Sprecher der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, sieht für die Zukunft allerdings Probleme. Neubauprojekte seien zunehmend schwieriger zu finanzieren. «Ich verrate kein Geheimnis, dass das Mietendeckelgesetz und die aktuelle Herausforderung in Corona-Zeiten unsere Gespräche mit den Banken nicht leichter machen», sagte er.
Gleichzeitig seien die Neubaukosten deutlich gestiegen. «Und die Mieten im Neubausegment sind seit 2017 nicht angepasst worden», sagte Franzen. «Wir wünschen uns deshalb eine Indexierung der Neubaumieten.» Das würde Mietanpassungen leichter machen. Senatorin Lompscher signalisierte Gesprächsbereitschaft: «Ich bin da aufgeschlossen, was die Indexierung angeht.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 10. Juni 2020