Studie: Berliner Mieten stagnieren

Studie: Berliner Mieten stagnieren

Bei dem jahrelangen starken Anstieg der Mieten in Berlin zeichnet sich einer Studie zufolge ein Ende ab. Bei Neuverträgen haben Vermieter im vergangenen Jahr im Mittel 10,45 Euro kalt je Quadratmeter verlangt, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem Immobilienmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) hervorgeht.

Mietwohnungen in einem Hochhaus

© dpa

Blick auf die Fassade eines Wohnhauses.

Das ist der geringste Anstieg seit Jahren. Es wurden auch wieder etwas mehr Wohnungen für weniger als 7 Euro angeboten. In der Innenstadt aber werden nahezu flächendeckend 12 Euro verlangt.

«Berlin braucht weiter zusätzliche Wohnungen»

Dies sagte IBB-Chef Jürgen Allerkamp. Er äußerte jedoch die Sorge, dass der Mietendeckel Investoren vom Bauen abhält. Mit dem Gesetz hat der Senat die Mieten im Februar für fünf Jahre eingefroren. Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) sieht sich jedoch durch die Studie bestätigt. Die wichtigsten Ergebnisse:

Miete belastet viele Menschen überdurchschnittlich

Die Wohnkostenbelastung war in den vergangenen Jahren bei vielen Berlinern weiter hoch. 39 Prozent der Haushalte mussten im Jahr 2018 mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete ausgeben. Der Senat steuert unter anderem mit dem Mietendeckel gegen, der seit Februar gilt.
Gleichzeitig ging die durchschnittliche Belastung zurück. Im Schnitt gaben alle Haushalte im selben Jahr rund 28 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete aus, wie die IBB auf Grundlage von Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg ermittelte. Das war etwas weniger als 2014 und 2010, was an gestiegenen Einkommen liegen dürfte. Der bundesweite Mittelwert liegt bei rund 27 Prozent. Bei Geringerverdienern kann die Quote jedoch über 50 Prozent liegen, auch Alleinerziehende sind häufig überdurchschnittlich belastet. Auch wer in den vergangenen Jahren umgezogen ist, muss in der Regel mehr von seinem Einkommen für die Miete einplanen als vorher. Besonders belastet sind Haushalte in Neukölln, am wenigsten die in Pankow.

Immer mehr Berliner werden zu Eigentümern

In 301 000 Berliner Haushalten waren die Bewohner 2018 auch die Eigentümer, ein Fünftel mehr als bei der vorigen Erhebung vier Jahre zuvor. Eigentumswohnungen bleiben gefragt: Im Mittel wurden im vergangenen Jahr 4777 Euro je Quadratmeter verlangt, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Ähnlich der Preisanstieg für Eigenheime. Sie schlagen nun mit 550 000 Euro zu Buche.
Weil Wohnen teurer geworden ist, begnügen sich die Berliner mit weniger Fläche. 38,1 Quadratmeter waren es 2018 dem Bericht zufolge pro Kopf. Das Amt hatte für 2011 einen Wert von 40,9 Quadratmetern angegeben. Betrachtet man nur die Mieter hatten diese im Jahr 2018 im Schnitt 37,5 Quadratmeter pro Person zur Verfügung. Der bundesweite Durchschnitt liegt laut IBB bei 39,3 Quadratmeter.

Stau auf dem Bau

«Das Wachstum Berlins ist immens und wird auf absehbare Zeit anhalten», sagte Lompscher. Es müssten zügig neue Wohnungen gebaut werden. Allerdings dauerte es immer länger von der Genehmigung bis zur Schlüsselübergabe, denn die Bauwirtschaft ist ausgelastet. 64 000 Wohnungen sind inzwischen genehmigt, aber noch nicht fertig.

Wohnen im Berliner Speckgürtel ist weiterhin stark gefragt

Schneller als in Berlin sind die Mieten im Umland gestiegen. Dort wurden Wohnungen im Mittel für 9,47 Euro kalt je Quadratmeter inseriert, 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Über 10 Euro liegen Kommunen wie Wandlitz, Teltow und Potsdam.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 25. März 2020