Kohleausstieg macht Fernwärme teurer

Kohleausstieg macht Fernwärme teurer

Der geplante Kohleausstieg in Berlin bis 2030 wird voraussichtlich Mehrkosten für Fernwärmekunden bringen. Bei einer ungedämmten 65 Quadratmeter-Wohnung kämen zusätzlich bis zu 147 Euro im Jahr hinzu. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie für den Wärmeanbieter Vattenfall hervor, die am Montag, den 16. September 2019 vorgestellt wurde.

Klimademonstration

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Teilnehmer einer Klimademonstration stehen mit "Keine Kohle"-Transparenten in einem Park.

Wärme sei zentral für die Energiewende, sagte Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne). «Wir müssen uns mit aller Macht diesem Thema nähern.» Die Steinkohle ist für 13 Prozent des gesamten Ausstoßes klimaschädlichen Kohlendioxids in Berlin verantwortlich. Die Machbarkeitsstudie schlägt vor, stattdessen etwa mit Erdwärme, Biomasse, Solarstrom und Abwärme aus Kläranlagen und Müllverbrennung zu heizen.

Gaskraftwerk soll Steinkohleverbrennung ersetzen

60 Prozent der Kohle soll aber ein neues Gaskraftwerk ersetzen, das flexibel hoch- und runtergefahren werden kann - je nachdem wie stark erneuerbare Energiequellen gerade liefern. «Gas ist als Übergang notwendig», sagte Günther. Die Studie geht davon aus, dass pro Jahr mehr als doppelt so viele Häuser saniert werden wie heute. An das Fernwärmenetz sind 1,3 Millionen Wohneinheiten angeschlossen.

Berlin will bis 2030 aus Kohlenutzung aussteigen

Für mehr Klimaschutz hatte das Abgeordnetenhaus vor zwei Jahren mit den Stimmen der rot-rot-grünen Koalition als erstes Bundesland ein Gesetz beschlossen, wonach die Stadt bis Ende 2030 aus der Kohlenutzung aussteigen muss. Braunkohle wird in den Berliner Kraftwerken schon seit gut zwei Jahren nicht mehr verfeuert.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 16. September 2019