Kommunale Wohnungsgesellschaften begrenzen Mietanstieg

Kommunale Wohnungsgesellschaften begrenzen Mietanstieg

Vor zwei Jahren nahm der Berliner Senat die städtischen Wohnungsunternehmen an die Kandare: In einer Kooperationsvereinbarung verpflichteten sie sich auf soziale Standards und eine Begrenzung von Mieterhöhungen. Nun liegt eine Bilanz vor.

Wohnhäuser in Prenzlauer Berg

© dpa

Die kommunalen Wohnungsgesellschaften in Berlin haben nach Einschätzung von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher preisdämpfende Wirkung auf den angespannten Berliner Wohnungsmarkt. Bei den inzwischen 306.000 städtischen Wohnungen seien die Mieten 2018 um durchschnittlich 1,4 Prozent gestiegen, teilte die Linke-Politikerin am Montag, den 26. August 2019 mit.
Damit wurden die Vorgaben der 2017 geschlossenen Kooperationsvereinbarung zwischen Senat und den sechs Gesellschaften eingehalten, den Anstieg auf 2 Prozent zu begrenzen. Zum Vergleich: Der generelle Mietenanstieg in Berlin hatte sich 2018 laut Mietspiegel mit 2,5 Prozent etwas verlangsamt, nachdem zwischenzeitlich Werte von bis zu 4,6 Prozent zu Buche schlugen.
Aus dem von Lompscher vorgestellten neuen Bericht zur Kooperationsvereinbarung geht weiter hervor, dass die Bestandsmiete der kommunalen Unternehmen Ende vergangenen Jahres im Durchschnitt bei 6,09 Euro je Quadratmeter lag. Das seien fast sieben Prozent weniger als die vergleichbare Mietspiegelmiete von 6,49 Euro. Bei Neuvermietungen riefen die Kommunalen 2018 im Durchschnitt 7,43 Euro je Quadratmeter auf - 4,8 Prozent mehr als 2017 (7,09 Euro). Das sei ein Viertel weniger als der marktübliche Mietpreis von 10,32 Euro.
«Wir sind die guten Vermieter, gemeinsam mit den Genossenschaften», sagte der Sprecher der landeseigenen Unternehmen und Gesobau- Vorstandschef Jörg Franzen. Allerdings müssten sich die Unternehmen im Spannungsfeld von sozialem Engagement für Mieter sowie ehrgeizigen Modernisierungs- und Neubauzielen «extrem strecken». Probleme bereiteten der enorme Anstieg der Baukosten um zuletzt acht bis zehn Prozent jährlich und die zunehmende Knappheit landeseigener Grundstücke für den Wohnungsbau.
Schon länger bekannt ist, dass die städtischen Gesellschaften das von Rot-Rot-Grün 2016 vereinbarte Ziel von 30.000 Neubauwohnungen bis 2021 mit etwa 26.000 fertiggestellten Einheiten verfehlen. In der Planung haben sie momentan 49.000 Wohnungen an 390 Standorten. Der Anteil der kommunalen Wohnungen am gesamten Berliner Mietwohnungsbestand beträgt rund 19 Prozent.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 26. August 2019