Wohnungsverband sieht Wohnungsrückkauf skeptisch

Wohnungsverband sieht Wohnungsrückkauf skeptisch

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) sieht die Rekommunalisierung von rund 670 Wohnungen in der Berliner Karl-Marx-Allee kritisch.

Karl-Marx-Allee

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Plakate gegen den Verkauf von Mietwohnungen hängen an einer Gebäudefassade in der Karl-Marx-Allee.

Zwar könnten Wohnungsankäufe durch das Land im Einzelfall sinnvoll sein, wenn der Preis stimme, sagte BBU-Vorstand Maren Kern der Deutschen Presse-Agentur. Klar sei aber auch: «Ein solches Vorgehen schafft keine einzige neue Wohnung. Das wird das Wohnungsproblem in Berlin nicht lösen. Hier hilft nur Neubau.» Außerdem könne man jeden Euro nur einmal ausgeben, mahnte Kern. Aktuell sei das finanzielle Polster des Landes womöglich gut. «Das kann sich aber ändern.»

Kaufpreis wohl im dreistelligen Millionenbereich

Am Montag hatte der Senat bekanntgegeben, dass nach monatelangem Ringen die Rekommunalisierung von rund 670 Wohnungen in der einstigen DDR-Prachtstraße nun unter Dach und Fach ist. Demnach übernimmt die landeseigene Gesellschaft Gewobag die in den neunziger Jahren privatisierten Wohnungen in bester Lage. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt, er dürfte aber im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Deutsche Wohnen wollte Wohnungen kaufen

Ursprünglich wollte die Firma Predac als bisheriger Eigentümer an den Konzern Deutsche Wohnen verkaufen, der in Berlin bereits 112.000 Einheiten besitzt. Dies hatte Ende vergangenen Jahres Proteste bei den Mietern ausgelöst, weil sie starke Mieterhöhungen fürchteten. Im BBU sind private und kommunale Wohnungsunternehmen ebenso organisiert wie genossenschaftliche oder kirchliche Vermieter.
Kauf einer Eigentumswohnung
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 16. Juli 2019