Deutsche Wohnen gerät in Wohnungsverband unter Druck

Deutsche Wohnen gerät in Wohnungsverband unter Druck

Der Konzern Deutsche Wohnen gerät wegen seiner Mietenpolitik jetzt auch innerhalb des Verbandes Berlin- Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) unter Druck. BBU-Vorstand Maren Kern attackierte das Unternehmen am Mittwoch wegen dessen Kritik am neuen Berliner Mietspiegel scharf. «Wir haben die Aussagen (...) mit Verwunderung zur Kenntnis genommen und können diese nicht nachvollziehen», erklärte Kern.

Wohnblöcke an der Frankfurter Allee

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Farblich gestaltete Plattenbauten an der Frankfurter Allee im Bezirk Friedrichshain. Foto: Wolfgang Kumm/Archivbild

Der BBU habe sich nach verbandsinternen Abstimmungen eindeutig für die Anerkennung des Berliner Mietspiegels 2019 als qualifiziert ausgesprochen. «Der BBU und seine Mitgliedsunternehmen stehen zu ihrer Verantwortung für den Erhalt des sozialen Zusammenhalts und den Schutz von bezahlbarem Wohnen als zentralem Element der Daseinsvorsorge», so Kern. «Wir erwarten von der Deutsche Wohnen als Berlins größtem Vermieter ein entsprechendes Bekenntnis.»
Deutsche Wohnen-Finanzchef Philip Grosse hatte am Dienstag erklärt, aus Sicht seines Unternehmens sei der Mietspiegel zu niedrig angesetzt. Dieser liefert alle zwei Jahre eine Übersicht über ortsübliche Vergleichsmieten, an denen sich Mieter und Vermieter orientieren. Die neue Version war am Montag vorgestellt worden und hatte ergeben, dass die Nettokaltmieten in Berlin zwischen 2017 und 2019 um 2,5 Prozent stiegen. Damit hat sich der Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren verlangsamt.
Am Mittwoch teilte das Unternehmen mit: «Die Deutsche Wohnen unterstützt das Instrument des Mietspiegels ausdrücklich, da es grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Bestimmung der ortsüblichen Vergleichsmiete ist.» Der neue Mietspiegel werde analysiert. «Unabhängig davon, wird die Deutsche Wohnen mit ihm auch künftig die Mieterhöhungen begründen und auf andere Begründungsmittel wie beispielsweise Vergleichswohnungen verzichten. In gleicher Weise wandte die Deutsche Wohnen auch den Mietspiegel 2017 an.»
In Berlin läuft seit April eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren mit dem Ziel, Konzerne mit mehr als 3000 Wohnungen zu enteignen, darunter die Deutsche Wohnen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 15. Mai 2019