Deutsche Wohnen-Chef Zahn beklagt schlechtes Neubauklima

Deutsche Wohnen-Chef Zahn beklagt schlechtes Neubauklima

Der Vorstandschef des Konzerns Deutsche Wohnen, Michael Zahn, hat ein schlechtes Neubauklima in Berlin beklagt. «Leider scheitern Projekte zu oft an Einzelinteressen und daran, dass Prozesse bewusst verzögert werden», schrieb Zahn in einem Gastbeitrag für den «Tagesspiegel» (Donnerstag). Sein Unternehmen könne und wolle mehr bauen, betonte Zahn. «Wir verhandeln seit sechs Jahren über ein Projekt in Westend, bei dem wir 200 Wohnungen abreißen und 600 neu bauen wollen.» Aber Bezirk und Senat machten immer neue, teils sogar widersprechende Vorgaben. «Wir kommen nicht weiter.»

Die beste Antwort auf den Mangel an Wohnungen im geförderten Segment und für die breite Mitte sei Neubau, so Zahn. Dazu müssten alle an einem Strang ziehen. An Flächen mangele es nicht. «Berlin verfügt über sehr viele hervorragend angebundene und voll erschlossene Grundstücke, auf denen sich behutsame Verdichtung mit zeitgemäßem nachhaltigen Neubau nahezu aufdrängt.» Demgegenüber schaffe die Diskussion um einen Mietendeckel oder um Enteignungen keine einzige preiswerte Wohnung. «Lamentieren, Diffamieren oder Enteignen hilft keinem einzigen Mieter.»
Angesichts stark steigender Mieten startet eine Berliner Initiative am Samstag ein Volksbegehren, um Unternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen gegen Entschädigung zu «vergesellschaften». Der Senat soll aufgefordert werden, ein Gesetz zu erarbeiten. Basis soll Artikel 15 des Grundgesetzes sein, der unter Bedingungen die Überführung von Grund und Boden oder Produktionsmitteln in Gemeineigentum zulässt. Der Vorstoß zielt vor allem auf den Konzern Deutsche Wohnen ab, der in Berlin rund 112 000 Wohnungen besitzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 4. April 2019